Dienstag, 4. Mai 2010

Buffett-Mania ohne deutsche Medien

37.000 Aktionäre stürmten am vergangenen Samstag die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway und feierten Ihren Chairmann Warren Buffett und seinen Vize Charlie Munger. Und rund 100 Journalisten besuchten die Pressekonferenz am Sonntag, wo Buffett und Munger noch einmal zweieinhalb Stunden lang Fragen der Medien beantworteten. Vor und nach der Hauptversammlung gab Buffett mehr als 20 TV-Interview. Doch die großen deutschen Medien war kaum präsent.

Denn Buffett mag der beste Investor der Welt sein. Seine Aussagen bringen einen immer wieder auf ganz grundlegende wichtige Regeln zurück. Und seine moralischen Vorstellungen sollte jeder Investor mindestens einmal im Jahr gehört haben. Doch unsere Medien interessiert etwas anderes: Der Newsgehalt. Und da ist Buffett kein großer Aufreger.

Ja, er hat sich überraschend stark hinter die krisengeschüttelte Investmentbank Goldman Sachs gestellt, in die er massiv invesiert hat. Und er hat zudem den umstrittenen Goldman-Chef Lloyd C. Blankfein gelobt und damit gestärkt. Aber das war es dann auch schon, was es an aufregend Neuem zu berichten gab. An sonsten gab es einmal mehr Buffett pur: Geduldige Erläuterungen der Regeln, nach denen er und Munger in egal was investieren. Sätze zu Gier, Moral und Geschäft, die simpel aber für jeden wichtig sind.

Wir haben das alles schon von Buffett gehört. Deshalb ist es aber nicht weniger wichtig - vor allem, weil viele Buffetts Ideen und Ideale eben nicht beachten. Schade, dass bei uns im newsgetrieben Medien-Dschungel so wenig Platz für diese wichtigen Botschaften gibt. Statt dessen waren neben amerikanischen TV-Teams auffallend viele Journalisten aus den Emerging Markets vor Ort - allen voran Chinesen.

Könnte also gut sein, dass ich im nächstes Jahr als einzige europäische Teilnehmerin zwischen vielen Asiaten, Südamerikanern und Afrikaner sitzen werde. Aber das ist mir egal - ich werde trotzdem wiederkommen und wieder von den guten alten Weisheiten profitieren. Und gestärkt nach Hause fahren.

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