Sonntag, 1. August 2010

Freitagsfrage: Was sagt die Buy-Back-Ratio aus?

Informationen, die bisher nur Makler und Börse kannten und der Presse nur auf Anfrage mitgeteilt wurden, stellt die Frankfurter Derivatebörse Scoach jetzt öffentlich zur Verfügung. Im neuen monatlich erscheinenden Scoach-Report wird die Buy-Back-Ratio gezeigt. Dieses Verhältnis von Rückkäufen am Gesamtumsatz zeigt, wie die Marktteilnehmer agieren, sprich, ob sie tendenziell auf der Käufer- oder Verkäuferseite stehen.

Veröffentlicht wird es für die beiden Oberkategorien Anlage- und Hebelpapiere sowie detailliert für Index-, Bonus-, Garantie- und Discountzertifikate. Die aktuelle Auswertung für Ende Juni zeigt bei Garantiepapieren eine Buy-Back-Ratio von rund 90 Prozent. Im Klartext heißt das, dass in Garantiestrukturen das Gros der Börsenumsätze Verkäufe sind. Das verwundert nicht, da die Papiere in der Regel am Bankschalter empfohlen und in der Zeichnungsphase direkt in das Kundendepot gebucht werden. Über die Börse verkauft werden sie nur von Anlegern, die sie nicht bis zur Fälligkeit behalten wollen.

Aussagekräftiger sind die Zahlen dagegen bei Indexzertifikaten oder Discountpapieren, die vornehmlich von gut informierten Anlegern, den so genannten Selbstentscheidern, gekauft werden. Bei Indexzertifikaten lage die Buy-Back-Ratio bei knapp 60 Prozent, was ebenfalls signalisiert, dass die Verkäufe überwogen. Ein Absatzrenner bei Investoren waren hingegen Discountzertifikate, wie die Kennzahl von knapp 30 Prozent verdeutlicht. Grund dafür waren vor allem die hohe implizite Volatilität, die den Papieren zu extrem attraktiven Konditionen verhalf. 

Neben diesen Informationen bietet der 14seitige Scoach-Report http://www.scoach.de/DEU/ueber_scoach/statistiken aber auch viel Zahlenmaterial für Statistik-Fans. Angefangen bei der Anzahl der Emissionen der einzelnen Anbieter, bis zur durchschnittlichen Ordergröße oder den Börsenumsätzen - und das heruntergebrochen auf die einzelnen Emittenten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen