Donnerstag, 11. November 2010

Goldinvestoren sind in zwei Lager geteilt

Der Goldpreis marschiert im Eiltempo nach oben. Doch trotz der hohen Kursgewinne der vergangenen Jahre, waren die Goldfans, die sich am vergangenen Wochenende auf der Edelmetallmesse in München getroffen hatten, überzeugt, dass dies erst der Anfang einer großen Rallye ist. Interessant war auch zu beobachten, welchen Investments die Messebesucher zugeneigt waren.

Ein Teil interessierte sich für Minenaktien und hier vor allem für Explorer, der andere - und eindeutig größere Teil - für physisches Gold. Das eine hat mit dem anderen aber relativ wenig zu tun, denn die Aktienkäufer setzen auf hochspekulative Titel, von denen oft nur wenige überleben. Der Goldpreis spielt für die Gesellschaften häufig eine untergeordnete Rolle, wichtiger sind meist ganz andere Aspekte wie zum Beispiel Schürfrechte oder Abbaumethoden. Die Messe ist für die Gesellschaften ein idealer Ort um neue Investoren anzuwerben -  und umgekehrt haben diese die Gelegenheit, sich ein Bild von den Firmen zu machen.

Die Fans der physischen Edelmetalle hingegen strömten in Scharen auf die Stände der Edelmetallverkäufer und zu den Vorträgen. Eine Reihe von ihnen deckte sich mit Barren und Münzen ein und/oder suchte eine Bestätigung seiner Investmentthesen. Die bekamen sie auch: Reihum wurden Zweifel an der Stabilität des Finanzsystems geäussert, Statstiken mit Absatzzahlen oder Langfristcharts mit der inflationsbereinigten Preisentwicklung präsentiert.

Doch trotz des großen und wachsenden Interesses blieb eine eingefleischte Gruppe treuer langjähriger Goldkäufer unter sich. Das berühmte Lieschen Müller war dagegen nicht auf der Messe zu sehen.Und wenn Altmeister André Kostolany recht hat, ist die Hausse nicht zu Ende, solange die Hausfrauen nicht kaufen.

1 Kommentar:

  1. Kostolany war ein vehementer Verfechter der These, dass der Goldpreis von den Währungen abgekoppelt sein müsse, weil sonst die Wirtschaft Schaden nehme. Laut Kostolany ist die Anlage in Gold "totes Kapital" und entzieht der Wirtschaft einen Teil notwendiger Liquidität, da das in Gold gebundene Anlagekapital nicht für Investitionen herangezogen werden könne. In diesem Zusammenhang wies er immer wieder darauf hin, dass die Deutsche Mark nach der Währungsreform von 1948 im Laufe der folgenden Dekaden ohne jegliche Golddeckung zu einer der stärksten Währungen der Welt aufgestiegen sei.

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