Freitag, 17. Dezember 2010

Die Freitagsfrage: Wem gehört eigentlich die EZB?

Die nun beschlossene Kapitalaufstockung der Europäischen Zentralbank EZB verunsichert die Märkte. Bis zu einer Milliarde Euro muss alleine Deutschland für eine Verdoppelung des Grundkapitals aufwenden. Gehört uns die EZB denn überhaupt? Und wieso müssen die Deutschen so viel mehr bezahlen, als andere Euro-Länder? Und haben sie dafür wenigstens mehr Einfluss?

Klare Antwort: Nein, denn die Europäische Zentralbank ist nicht als Unternehmen sondern wie ein Behörde konstruiert. Das Wichtigste an ihr ist die Unabhängigkeit. Gute Geldpolitik, so der Konsens, ist nur machbar, wenn die Zentralbank von allen Weisungen verschont bleibt. Das gilt nicht nur gegenüber Regierungen, sondern auch gegenüber den nationalen Zentralbanken. Diese nationalen Notenbanken stellen das Grundkapital der EZB bereit und sind somit Inhaber der EZB. Gut zwei Drittel dieses Kapitals kommt von den Euro-Mitgliedern, rund ein Drittel aus den anderen EU-Ländern.

Der große deutsche Anteil an der EZB hat aber auch seine guten Seiten: Jedes Jahr wird der Gewinn der EZB auf seine Inhaber verteilt. In Deutschland an die Bundesbank, die dieses Geld dann wieder an den Bundeshaushalt ausschüttet. Wer wie viel bei der Gründung der EZB zum Grundkapital beisteuern musste - und entsprechend wie viel jeder vom Gewinn abbekommt - hängt von der Grösse des Landes ab. Hier werden der Anteil der Einwohner an der Gesamtbevölkerung der EU und der Anteil des Bruttoinlandsproduktes berechnet. Deutschland ist mit 18,94 Prozent der größte Anteilseigner. Das PIIGS-Land Italien ist mit 12,5 Prozent dabei, Spanien mit 8,3 Prozent, Portugal, Griechenland und Irland mit nur je zwischen ein und zwei Prozent. Weitere große Anteilseigner sind Frankreich und das Nicht-Euro-Land Großbritannien ist mit jeweils gut 14 Prozent.

Eine Verdoppelung des Grundkapitals von derzeit 5,8 Milliarden Euro müssen alle nationalen Zentralbanken entsprechend ihrem Schlüssel stemmen. Für Deutschland hieße das, dass die Bundesbank rund eine Milliarde Euro aufbringen müssten. Das könnte sie tun, indem sie den Gewinn der EZB (vermutlich mehrere Jahre hintereinander) einbehält, die Regierung um eine Geldspritze bittet, oder dafür Tafelsilber wie Währungsreserven oder Wertpapiere verkauft. Eine neue Belastung für den Bundehaushalt muss also nicht zwangsläufig entstehen. Einen Trost gibt es zudem: Pleite gehen kann die EZB theoretisch niemals. Als oberste Instanz des Euro kann sie einfach Bargeld drucken, wenn es eng wird, und damit ausstehende Rechnungen bezahlen.

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Kommentare:

  1. Dies ist kein guter Artikel. Aber für den Pisa Deutschen, der von Copy & Paste Doktoren regGiert wird mag das von Euch Geschriebene ausreichen.

    Die Bundesbank (oder EZB) ist unabhängig? mitnichten. Abgehängt wurde der Gewinn, der jetzt im privaten Banksektor gemacht wird. Aber um aus 5,8 MRD Euro Kernkapital 8.690 MRD Euro Gewinn zu machen muss der Bürger der Eurozone für den Gewinn in Höhe von 150.000 % bürgen ohne davon zu profitieren.

    Ich fasse also nochmal zusammen. Laut Eurer Aussage gehört die EZB anteilig den ehemaligen nationalen Notenbanken der Eurozone.
    Im Falle der BRD ist das ganze "Schein Demokratisch" gelöst und gehört der Bundesbank.
    Das Wort Bundesbank suggeriert das diese Bank der Bundesrepublick gehört. Aber wem etwas gehört, der darf darüber bestimmen. Nur darf die Bundesregierung nicht über die Bundesbank bestimmen. Und warum nicht? Tja, der Sinn der EZB / Bundesbank ist es ja den privaten Banksektor mit billigem Geld zu versorgen. Das funktioniert prima, denn die Herstellung von Geld ist denkbar einfach. Am teuersten sind die Münzen . Darum sollen sie abgeschafft werden. Das im Prinzip wertlose Papiergeld ist vergleichsweise billig in der Herstellung. Richtig gut in punkto Herstellung billigen Geldes ist "Plastikgeld" (Kreditkarten) oder Geld, welches nur noch elektronisch existiert. Der Großteil des heute existierenden Geldes existiert nur noch in Rechenmaschinen/Computern.

    Der Trick mit der Bundesbank (EZB):
    Die Bank ist "unabhängig". Das Wort unabhängig hört sich gut an ist aber bei näherem betrachten nichts anderes als ein fieser Scherz.
    Weder die EZB noch die Bundesbank profitiert in vollem Umfang von dem Geld. für nur 1,75 % Zins (Stand November 2011) verleiht die EZB ihr Geld. So günstig möchten sie auch mal an Geld kommen?
    Keine Chance. Die EZB verleiht nur an andere Geschäftsbanken Geld. Und wie hat es die Eurozone geschafft mit lächerlichen 5,8 Mrd Euro Grundkapital der EZB ein solch gigantischen Schuldenberg von anzuhäufen? Die anderen Geschäftsbanken haben einen sogenannten "Hebel" . Hinter dem Hebel steckt der fiese Trick bzw. der "ganze Zauber".
    Es gibt mehrere Arten Hebel, die alle die gleiche Wirkung haben. Aus wenig (Geld) wird viel (Geld).
    Und mit diesen Hebeln wird das Geld gemacht. Das gehebelte Geld ist jenes, welches den Privatbankern horrende Gewinne beschert. Es istb aber eben auch genau das Geld, für das der Bürger bürgt (also gerade stehen muss).

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  2. Guter Ansatz. Wenn die EZB den Zentralbanken der Länder gehören, wem gehören dann die Zentralbanken der Länder?
    England ist jetzt nicht in der Eurozone, allerdings regiert die Bank of England doch über den erweiterten EZB Rat mit. Und wem gehört z.B. die ank of England? Das weiß nicht mal der englische Schatzkanzler. Und laut eigener Aussage will er es auch gar nicht wissen.

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  3. "Und wem gehört z.B. die Bank of England? Das weiß nicht mal der englische Schatzkanzler. Und laut eigener Aussage will er es auch gar nicht wissen."

    Komischerweise weiß das niemand in den Ländern mit "westlicher" Geldpolitik - ich tippe auf Rothschild, Warburg & Co.

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  4. Ein völlig wertloser Artikel. Er suggeriert, die EZB fälle ihre Urteile in Beamtenmanier und nach gutmoralischen, vorschriftlichen Zielen.

    Die EZB unabhängig? Genauso "unabhängig" wie die amerikanische Notenbank, die zu 100% unbekannten Privatleuten und -Unternehemn gehört? Darunter vor allem auch Goldman Sachs, und dann Mario Draghi, früher eine hohe Position bei Goldman Sachs innehabend, jetzt federführend bei der EZB? UNABHÄNGIG?
    Tut mir Leid, da kann man nur lachen. Die kommende Inflation wird uns verarmen lassen und einigen Wenigen, hauptsächlich unbekannten Bankern, die Taschen füllen. Solange privat geführte Unternehmen die Kontrolle darüber haben, wie viel Geld im Umlauf ist, solange diese Unternehmen im Prinzip unendlich Geld drucken und darauf auch noch Zinsen verlangen dürfen, um sich so die Taschen weiter vollzustopfen - solange wird sich auch diese "Eurokrise", die vor allem eine Finanzkrise ist, nicht lösen lassen, und so lange werden wir immer mehr arbeiten müssen, immer mehr Steuern und Abgaben zahlen, um die eigentlich widerrechtllichen Geldforderungen zu begleichen.

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  5. Glaub kaum das wir die Schulden je begleichen können!

    Nicht um sonst heisst "Geld auch "Schuldschein"

    Also Geld sind die Schulden! Das ist kein Mehrwert!

    Um unabhängig zu sein müsste das Geld abgeschafft werden und man sollte mit Waren handeln!

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  6. Dieser Zinsbetrug ist mehrere tausend Jahre alt. 18 Jhd. von Amsel Mayer Rothschild ;Zitat: „gebt mir die Kontrolle über das Geld einer Nation, und es kümmert mich nicht länger, wer die Gesetze macht." Ist es wirklich so schwer, dass eine Zentralbank Geld erschaffen kann, ohne es mit Zinsen zurück zu verlangen? Eine Bank, die die Geldmenge bestimmt, die auch im Verhältnis zu realen Werten steht? Ich sage euch eins meine Mitmenschen. Wenn Schulden nicht mehr beglichen werden können, ein Staat damit zahlungsunfähig ist, dann wird nicht nur Privatvermögen elektronisch gelöscht, nein, es wird Krieg geben. Was war denn in Deutschland als das Geld nichts mehr wert war? Die Nazis kamen an die macht. Welche Partei in Griechenland hat die besten Umfrageergebnisse? Eine rechtsextreme Partei mit Nazi Parolen. Mal sehen ob wir die Kurve noch hinkriegen... LG Türkmen

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  7. Wem gehört der Dollar? Wem gehört die FED? Wer von der FED sitz in der EZB oder in Brüssel?
    Damit ist alles geklärt....

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