Mittwoch, 26. Januar 2011

Aktien sind für die Altersvorsorge unverzichtbar

Erschreckende Zahlen legt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) vor: Nur 12,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland besitzt noch Aktien oder Aktienfonds. Fast eine halbe Million weniger als im ersten Halbjahr und gut 36 Prozent weniger als noch vor 10 Jahren. Dabei ist es dringender denn je, in Aktien und aktienähnlichen Investments zu investieren.

Denn sie bieten einen Inflationsausgleich und schützen vor drohender Altersarmut. Anleger, die ausschließlich in Produkten wie Lebensversicherungen, Bausparverträgen oder festverzinslichen Wertpapieren ihr Geld anlegen, werden unter dem Strich feststellen, dass sie bei den aktuellen Renditen zwar eifrig gespart haben – aber keinen realen Ausgleich für Kaufkraftverluste erzielt haben. Zum einen liegt die gefühlte Inflation der Verbraucher über der tatsächlich vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen. Nach den Berechnungen des Schweizer Forschungszentrums für Wirtschaftsstatistik Fribourg lag die gefühlte Inflation der deutschen Verbraucher im Dezember 2010 bei 5,2 Prozent. Zum anderen dürfte selbst die ausgewiesene Teuerung hoch genug sein, um nach Steuern Kaufkraftverluste zu erleiden.

Zurzeit rentieren zehnjährige Staatsanleihen bei gut drei Prozent. 1,7 Prozent betrug die deutsche Inflationsraten im Dezember 2010. Auf den ersten Blick scheint es, dass das nach Abzug von Kosten und Steuern für einen realen Ausgleich ausreicht. Das klappt aber nur unter den Prämissen, dass die offiziell ausgewiesene Inflationsrate der tatsächlichen entspricht – und dass dies in den kommenden zehn Jahre so bleibt.Ganz anders sieht es aus, wenn sich die Prognosen der Volkswirte erfüllen. Sie gehen teilweise von vier Prozent Preisschub  für das laufende Jahr aus.

Aktien bieten hier langfristig viel mehr. Warum also in mager verzinsliche Anleihen oder in Lebensversicherungen investieren? Weder die einen noch die anderen werden in den kommenden Jahren einen realen Inflationsausgleich schaffen. Letztere senken kontinuierlich ihre Mindestverzinsung und hohe Provisionen und vorzeitige Kündigungen schmälern das Auszahlungsprofil.

Daher heißt es: Die Anlagerisiken (und Chancen) breit streuen und auch in Aktien und aktiennahe Produkte wie ETFs oder clevere Zertifikate investieren. Klar ist das ein riskanteres Investment, weil die Kurse stark schwanken können und der Anleger in der Regel nicht mit einer sicheren Rückzahlung kalkulieren kann. Wer bislang nur Anleihen gekauft hat, sollte auch nicht gleich in volatile Spezialwerte investieren, sondern eher mit dividendenstarken Aktien starten. Langfristig werden sich die Aktieninvestments auszahlen. DAI-Direktor Franz-Josef Leven hat also mit seiner Aussage Recht, dass Aktien als Baustein der privaten Vermögensbildung unverzichtbar seien, insbesondere der ergänzenden Altersvorsorge.

1 Kommentar:

  1. "Langfristig werden sich die Aktieninvestments auszahlen." Tatsächlich? Das erzählen Sie einmal einem Japaner: Nikkei anno 1989 knapp unter 40000 Punkten, Nikkei heute knapp über 10000, Dividenden zwischendurch jämmerlich.

    Wenn wir jedoch annehmen das wäre in Europa anders, dann macht der Satz "Klar ist das ein riskanteres Investment" keinen Sinn (Langfristanlegern können zwischenzeitliche Schwankungen doch egal sein).

    Mit dem Begriff "Risiko" haben aber auch andere Schwierigkeiten, siehe http://kritischdenken.blogspot.com/2011/01/risk-comes-from-not-knowing-what-risk.html

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