Dienstag, 1. Februar 2011

Die Unruhen in Ägypten beinflussen alle Börsen

Ägyptische Aktien sind derzeit so beliebt wie faule Kartoffeln. Die Börsen in Kairo, aber auch in vielen Nachbarländern, verzeichnen schmerzliche Verluste. Besonders Israel wird in Mitleidenschaft gezogen. Und auch große europäische Indizes wie der DAX starteten verhalten in die Woche. Doch nun drehte der DAX am frühen Dienstagmorgen. Ist es für deutsche Anleger also doch egal, was im Land der Pharaonen geschieht?

Natürlich nicht. Zwar sind die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen gering. Die Handelsbeziehungen der meisten Firmen in die Region machen nur einen kleinen Teil der Geschäfte aus. Doch die Region ist nun mal der Brennpunkt für den Nahostkonflikt und alle Unsicherheiten dort treffen die Weltwirtschaft auf den verschiedensten Wegen.

Einer davon ist der Ölpreis. Der hat seit Ausbruch der Unruhen spürbar zugelegt und strebt nun wieder ein neues Hoch nach dem Einbruch während der Finanzkrise an. Das ist Gift für eine Welt, in der Inflation ohnehin zunehmend ein Thema wird.

Und niemand sollte den Einfluss eines möglichen neuen Konfliktes am südlichen Rand des Mittelmeers unterschätzen. Die schlechtest mögliche Variante lautet dabei, dass die bisherigen Despoten in den arabischen Nachbarländern von Israel nach und nach von islamistischen Regimen abgelöst werden und der Nahost-Konflikt eskaliert - bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

Allerdings ist bislang noch nicht ausgemacht, dass es tatsächlich so kommt. Viele der Demonstranten fordern keine Vormacht des Koran, sondern schlicht ein Ende der Unterdrückung. Es ist also möglich, dass die Länder tatsächlich auf dem Weg in eine Demokratie sind. Der wird allerdings, selbst wenn er gelingt, von Unsicherheit, Unruhen und Krisen begleitet werden.

Für Anleger gilt daher: Abwarten und starken Pfefferminztee trinken. Davor sollte man sein Depot aber für mögliche höhere Schwankung auf den Finanzmärkte rüsten. Und die bisher heile Aktienwelt ein ganz klein bisschen vorsichtiger sehen.

1 Kommentar:

  1. wow echt gut geschrieben =)
    aber so wies jetzt aussieht gehen die Leute schon weniger auf die Straße, was ich eigentlich richtig schade finde, da schon so viele Leute verletzt und getötet wurden---- für nichts, wenn sie jetzt schon aufgeben :/

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