Montag, 28. März 2011

Warren Buffett hält die europäische Währungsunion...

... grundsätzlich für ein schwieriges Unterfangen. Schon vor einem Jahr verglich er die griechische Schuldenkrise mit einem Kinofilm. "Das wird ein echtes Drama und ich weiß wirklich nicht, wie das ausgeht", sagte er auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Jetzt äußerte er sich erneut skeptisch zum Fortbestand des Euro.

Ein Ende der Gemeinschaftswährung sei durchaus vorstellbar, meint der Investmentguru. Und: Auf Dauer sei es nicht zumutbar, dass sich einige Mitglieder der Gemeinschaft auf Kosten der anderen gesund sanieren. Dennoch vermutet er, dass die europäischen Länder mit aller Kraft versuchen werden, die Währung aufrecht zu erhalten.

Das haben die Länder am vergangenen Freitag unter Beweis gestellt. Die europäischen Staaten einigten sich auf den Europäische Stabilitätsmechanismus EMS, die permanente Ausweitung des bisherigen Euro-Rettungschirms auf insgesamt 700 Milliarden Euro. Ein Teil davon, nämlich 80 Milliarden Euro, werden erstmals in Bar eingezahlt, ab 2013 in fünf gleichen Raten. Der Rest muss als Garantien zur Verfügung stehen. Wer wieviel beitragen muss, orientiert sich wie immer an der wirtschaftlichen Kraft der einzelnen Länder. Für Deutschland beträgt die Bareinzahlung zum Beispiel 21,7 Milliarden. Dazu kommen Garantie von mehr als 160 Milliarden Euro.

Das ist eine riesige Summe. Ob sie ausreicht, bleibt aber - da hat Buffett recht - weiter spannend. Denn während der Pilotfilm "Griechenland" noch gar nicht zu Ende geschrieben ist, werden schon weitere Folgen von "Schuldenkrise reloaded" gedreht. Jede Folge ist dabei ein echtes Drama, mit fast unlösbaren Konflikten für die handelnden Protagonisten. Denn gerade die stabilen Länder wie Deutschland oder Österreich haben ein vehementes Interesse, den Euro zu erhalten.

Zum einen weil sie als Exportnationen ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einem Auseinanderbrechen der Währungszone und der folgenden Aufwertung ihrer Währungen mit einem Schlag verlieren würden. Zum anderen, weil dann auch ein Teil ihrer Auslandsschulden mit abgewertet würde. Ende 2010 standen die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien mit 388 Milliarden Euro bei Deutschland in der Kreide.

Klar ist damit: Ein Happy End ist unwahrscheinlich - ohne Verluste und Schmerzen kommen alle Beteiligten auf jeden Fall nicht davon. Und wie genau es ausgeht - auch da hat Buffett recht - ist noch lange nicht ausgemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass das eintritt, was zu jedem guten Drama eigentlich unabdingbar gehört: Die Katharsis - also die seelische Läuterung aller Beteiligten - sprich ein bessere europäische Integration und Wirtschaftspolitik.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen