Donnerstag, 3. April 2014

Es muss nicht immer Tesla sein - es gibt viele gute Autoaktien

Der Hype um die Aktien des Elektroauto-Pioniers Tesla ist zwar zuletzt etwas abgeebbt - aber zuvor erweckten viele Kommentare in Börsenmedien den Anschein, als wäre der Newcomer die einzige attraktive Autoaktie. Aber das ist beileibe nicht der Fall. Vielmehr spricht vieles dafür, dass die Papiere der etablierten Fahrzeughersteller weltweit einen Gang zulegen werden, bei den Unternehmens- und den Kursgewinnen.

Wenn eine Aktie den Zeitgeist trifft und der Kurs dazu noch binnen zwölf Monaten um 600% nach oben rast, ist klar, dass ihr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gebührt. Aber nun, nachdem Tesla in den letzten Wochen heftig korrigiert hat, sollten sich Anleger auch einmal bei den übrigen Autotiteln umsehen. Denn da stechen viele mit guten Wachstumsaussichten und günstiger Bewertung hervor. Die Autoindustrie weltweit steht nämlich vor einer neuen Expansionsphase.

Das deuten die jüngsten Verkaufszahlen aus den USA, Europa und China an. In den drei wichtigsten Märkten geht es nach zögerndem Jahresstart nun wieder deutlich bergauf. Am meisten profitiert haben dabei die japanischen Hersteller, die wegen der Yen-Abwertung an Konkurrenzfähigkeit gewonnen haben und dies zu neuen Absatzoffensiven nutzen.

Aber auch die europäischen Hersteller kommen immer besser in Fahrt. Ihnen hilft, dass die Rezession in den Problemstaaten der EU vorbei ist und mit ihr die Absatzkatastrophe in einigen Ländern. Das kommt vor allem den Massenherstellern aus Frankreich und Italien, also Fiat, Renault und Peugeot zugute, deren Marktanteil in Südeuropa besonders hoch ist. Aber auch Volkswagen mit seiner Marke Seat profitiert davon. Und in den USA verzeichnet nicht nur Tesla Zuwächse - auch die Autogiganten GM und Ford lassen mit starken Verkaufszahlen nach dem bitterkalten Winter aufhorchen.

Die Aktien nahezu aller etablierter Autohersteller weisen eine günstige Bewertung mit erwarteten KGVs um 10 für 2015 auf. VW, Fiat, GM, Ford, Honda und Hyundai glänzen sogar mit KGVs unter 8. Im Vergleich zu Tesla mit einem KGV von 55 und dem chinesischen Elektroauto-Spezialisten BYD mit 45 sind das Welten.

Angesichts der Trendwende nach oben in der globalen Autokonjunktur ist der Einstiegzeitpunkt deshalb in nahezu alle Autotitel nicht schlecht. Denn der Aufwärtszyklus im Fahrzeugbereich dauert üblicherweise mehrere Jahre. Das Problem ist höchstens die Qual der Wahl. Da bietet sich eine Mischung aus Südeuropa-Gewinnern wie Fiat und Peugeot, Yen-Profiteuren wie Honda und Toyota, US-Herstellern wie Ford und Nobelmarken wie BMW und Daimler an. Oder aber ein Autobranche-ETF.

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