Mittwoch, 30. April 2014

Investoren sind entspannt wie selten

Trotz der anhaltenden politischen Unsicherheitsfaktoren sind die Börsianer nicht sonderlich nervös. Das verdeutlicht die Analyse der Volatilitätsentwicklung. Sie zeigt einen relativ ungewöhnlichen Trend.

An sich verläuft die Entwicklung des Volatilitätsbarometers VDAX-New ganz typisch: Fällt der Markt, steigt die Unsicherheit der Investoren und damit der Volatilitäts-Index, im Gegenzug sinkt die Nervosität, wenn der DAX zulegt. Und mit aktuell 17,2 Prozentpunkten notiert der VDAX-New durchaus auf moderatem Niveau. Auffällig ist jedoch, dass die historische Volatilität, also die in der Vergangenheit tatsächlich gemessene Schwankungsbreite, bei vielen DAX-Werten  unterhalb der erwarteten Schwankungsbreite liegt. In der Regel notiert sie etwas darüber - in extrem unsicheren Marktphasen sogar deutlich höher.

Derzeit ist das Gegenteil der Fall: Für 18 DAX-Werte erwarten die Marktteilnehmer eine geringere Schwankungsbreite als in den vergangenen drei Monaten. Am extremsten ist die Differenz bei der K+S-Aktie, für die eine historische Volatilität von 35,2 Prozent gemessen wurde und für die Marktteilnehmer nun für die kommenden drei Monate nur noch mit 27,8 Prozent rechnen. Ähnlich hoch ist der Unterschied bei Merck, bei Contintental beträgt sie gut fünf und bei Bayer knapp vier Prozentpunkte. Auch für die Aktien der Commerzbank, RWE, Deutsche Börse, Fresenius Medical Care, Lanxess, BASF, Adidas, Daimler, Deutsche Lufthansa, Allianz, Deutsche Post, Münchener Rück, Deutsche Telekom und Henkel liegen die erwarteten Schwankungsbreiten unterhalb des 90-Tage-Wertes. Für den DAX-Index liegt die historische ebenso wie die erwartete Schwankungsbreite bei 17,2 Prozent.

Diese Daten, sowie das insgesamt relativ niedrige Volatilitätsniveau, signalisieren eine besonders entspannte Erwartungshaltung der Börsianer. Allerdings sollten die Daten auch nur dahingehend interpretiert werden und sind keine Garantie für steigende Kurse. Denn die implizite Volatilität steigt schnell an, wenn die Unsicherheit zunimmt.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen