Freitag, 2. Mai 2014

Freitagsfrage: Wann können Sparer mit höheren Zinsen rechnen?

In den USA ist die Diskussion über erste Zinserhöhungen der Notenbank in vollem Gange. In Europa dagegen ist davon noch wenig zu hören. Wann können die Anleger hier zu Lande mit höheren Erträgen für ihre Ersparnisse rechnen?

Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Vermögensverwaltung Assénagnon, ist sich zwar sicher, dass die Niedrigzinsphase im Euroraum noch länger anhalten wird, aber er sieht "ganz allmählich" steigende Zinsen voraus. Im Interview bei biallo.de mit Brigitte Watermann und Gisela Baur von finanzjournalisten.de rechnet er damit, dass die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen noch in diesem Jahr von 1,5 auf über 2,0 Prozent steigen könnten. Gleichwohl bleibe 2014 für die Sparer ein schweres Jahr, da sie immer noch nicht richtig Geld mit Zinsanlagen verdienen könnten. Die Angst vor einer Deflation sieht Hüfner als übertrieben an, da die Preisrückgänge in den Euro-Problemländern gewollt seien, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Das sei gelungen, weshalb der Euroraum auch aus der Rezession herausgefunden habe.

Inflation sei ebenfalls noch kein Thema, auch weil nach Ansicht von Hüfner die Energiepreise vorerst niedrig bleiben werden. Allerdings werde die Teuerung auf Grund der konjunkturellen Erholung allmählich anziehen, innerhalb der Eurozone von jetzt unter einem Prozent auf rund zwei Prozent im Jahr 2016.

Dass die Aussicht auf weltweit langsam wieder steigende Zinsen an den Aktienmärkten einen Crash auslösen können, glaubt Hüfner nicht. Das hatte er bereits in einer Präsentation Ende März betont, über die finanzjournalisten.de in einem Blogbeitrag berichtet hatte. Aber die Volatilität an den Börsen werde aus Liquiditäts- und Zinsgründen zunehmen.

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