Montag, 14. Juli 2014

Die Euphorie wird sich legen

Deutschland ist Weltmeister! Unglaublich! Begeisternd! Die Euphorie ist überall zu spüren. Angeschoben vom Fussballausrüster Adidas feiert selbst der DAX ein bisschen mit. Ist das die Trendwende nach einer richtig schlechten Handelswoche? Kommt jetzt eine Weltmeister-Hausse?


Wohl kaum, denn die Probleme, die Anlegern vergangene Woche zu schaffen machten, lassen sich auch nach Götzes Traumtor nicht dauerhaft leugnen. Da ist zum einen die aufkeimende Angst um den Zustand einiger Banken in Europa, die vergangene Woche ein wichtiger Auslöser für den Kursrückgang gewesen sind.

Wichtiger aber noch sind die Aussichten für die Weltwirtschaft. Und die sind sicher nicht schlecht, für Euphorie ist aber kaum ein Anlass.

Das sehen Internationalen Investoren offensichtlich auch so. Nach wie vor reißen sie sich um niedrig verzinsliche US-Staatsanleihen. Nach Informationen, die das Handelsblatt ausgewertet hat, waren die Emissionen von US-Bonds in diesem Jahr um das 3,06 fache überzeichnet – ein Spitzenwert. Und Rohöl ist derzeit kaum gefragt, obwohl sich im Irak die radikal islamistische ISIS breit gemacht hat und zwischen Israel und dem Gazastreifen Raketen fliegen. Würden die Anleger einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung erwarten, würden aber Zinsen und Ölpreis steigen.

Vor ein paar Tagen haben ich in einem Interview mit eine Psychologen gelesen, dass die Euphorie über einen WM-Titel bei fast allen Menschen in der Regel zwei Tage anhält, in dem einem fast alles gelingt und alles rosig aussieht. Es ist zu vermuten, dass auch der DAX so gesehen nur ein ganz normaler Mensch ist.

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