Donnerstag, 3. Juli 2014

Fibank: Krise vorläufig überstanden

Große Verunsicherung haben - offenbar durch Kriminelle über SMS und Internet - verbreitete Gerüchte um drohende Pleiten bulgarischer Bank ausgelöst. Auch die Fibank, die über den Vermittler geldsparen.de, rund 2000 deutsche Kunden hat, war von den Turbulenzen betroffen. Doch das Schlimmste ist offenbar überstanden, die Situation scheint sich zu stabilisieren – und die Kundengelder waren zu keiner Zeit in Gefahr, bekräftigt weltsparen.de


Das Startup, das über eine deutsche Partnerbank, die als Abwicklungsbank fungiert, Festgelder mit vergleichsweise hoher Verzinsung von ausländischen Banken vermittelt, hat damit vorerst die erste Feuerprobe überstanden. Auf Anfrage von uns erklärte die Saving Global GmbH, die weltsparen.de betreibt, dass die rund 2000 an die Fibank vermittelten Kunden „zu keinem Zeitpunkt in ihrer Verfügungsgewalt über die Konten beeinträchtigt gewesen“ seien, so CEO Tamaz Georgadze. Im Gegenteil hätten Kunden jederzeit sogar die Möglichkeit – anders als das sonst bei Festgeldkonten üblich ist – ihre Festgeldkonten zu kündigen, und die Fibank hätte auch an dem Krisenwochenende etwaige Kündigungen mit Hochdruck bearbeitet. Das vollständige Interview mit Tanaz Georgadze finden Sie unter www.biallo.de

Das Beispiel Fibank zeigt allerdings, dass deutsche Kunden, die sich auf der Suche nach höheren Zinsen ausländischen Banken zuwenden, bereits sein müssen, demzufolge ein höheres Risiko einzugehen. Falschmeldungen, vergleichbar mit dieser, könnte es auch in anderen kleineren EU-Ländern mal geben, falls Zweifel an den nationalen Einlagensicherungssystemen aufkeimen. Wie stabil das im Fall der Fibank zuständige bulgarische Sicherungssystem ist,  ist umstritten. Finanztest zeigte sich im Februar 2014 skeptisch, bei Saving Global ist man naturgemäß anderer Meinung und verweist unter anderem auf das niedrige Verschuldungsniveau des bulgarischen Staates, der im Worst Case für eine den Sicherungsfonds übersteigende Bankenpleite einzustehen hätte.

Ein starkes Nervenkostüm ist daher für Zinsjäger im europäischen Ausland auf jeden Fall von Vorteil. Potenzielle Kunden sollten unbedingt die Grenzen der gesetzlichen Einlagensicherung (EU-weit sind es 100 000 Euro) beachten – und demzufolge pro Bank auch nicht mehr anlegen. Nur wer sich dieser Risiken bewusst ist, sollte sich auf Zinsjagd bei kleineren Banken im europäischen Ausland begeben.

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