Freitag, 25. Juli 2014

Freitagsfrage: Welche Direktbanken bieten Tools fürs Personal Finance Management (PFM)

Hand aufs Herz: Wissen Sie aus dem Stand ziemlich exakt, wie viel Geld Sie auf ihren Giro- und Tagesgeldkonten und auf ihren Kreditkartenkonten liegen haben – oder eben auch nicht? Immer mehr Banken helfen ihren Kunden dabei, mit Tools zum Personal Finance Management ihre Finanzen besser im Griff zu haben.

Vor kurzem ging die DAB Bank mit ihrem Finanzmanager, ihrem Angebot für ein Personal Finance Management-Tool (PFM), an den Markt; Vorreiter war im vergangenen Spätherbst die comdirect, dicht auf den Fersen folgte die Volksbank Bühl. PFM-Tools sind eine moderne Variante des guten, alten Haushaltsbuchs. Sie erlauben es, Auswertungen über Geldeingang und das eigene Ausgabeverhalten zu fahren – und so idealerweise die eigenen Finanzen besser im Blick zu haben.

Doch wie immer, wenn etwas noch vergleichsweise neu ist, gibt es viel Raum für Fantasie und Wünsche, wie der Service in Zukunft ausgestaltet sein sollte. Hier meine persönliche Wunschliste für Verbesserungen:

 - Multibankfähigkeit: Die Tools von comdirect und DAB bank erlauben es bislang nur, dort geführte Konten auszuwerten. Das halte ich für mittlerweile ziemlich weltfremd, da viele Bankkunden Konten bei mehreren Banken führen – Tagesgeldhopper zum Beispiel. Ein Tool sollte in der Lage sein, bei Bedarf sämtliche Bankverbindungen zu aggregieren. So manche App ist dazu bereits in der Lage, so dass sich die Banken die Frage stellen lassen müssen, warum das bei ihnen noch nicht möglich ist. Beispielhaft genannt seien bankenunabhängige Apps wie „Finanzblick“ (gratis) von Buhl Data oder Outbank.de (Abomodell, zum Beispiel 0,89 Euro pro Monat) von Stoeger IT oder der E-Post-Kontopilot (gratis), aber auch Sparkasse + (einmalig 0,89 Euro) ermöglichen es, Konten und Karten bei verschiedenen Banken gemeinsam auszuwerten. Teilweise kann man sich auch das Paypal-Konto anzeigen lassen. Nicht zu vergessen: Auch gute, alte PC-Software wie „Wiso Mein Geld“ ermöglicht neben anderem detaillierte Finanzanalyse und -planung, kostet aber einiges in der Anschaffung

 - Budgets und Alerts: Sie wollen die nächsten Monate Ihre Kosten für Coffee-to-go besser im Griff behalten? Dann legen sie sich einfach ein Budget dafür an und lassen sich per Alert darüber informieren, dass Sie ab sofort das Kaffeetrinken einstellen sollten. Es sei denn, die Push-Mitteilung über den Gehaltseingang folgt unmittelbar danach. Leider sind diese Funktionen zum Beispiel beim Tool der DAB Bank noch nicht möglich.

- Ein Tool für alle Geräte: Egal ob vom heimischen Rechner aus oder von unterwegs aus auf dem Smartphone. Tools sollten in der Lage sein, unabhängig vom Endgerät dieselben Infos bereit zu stellen.

- Für Excel-Freaks: Wem es noch nicht genau genug hergeht und wer zum Beispiel schon seit Jahren seine Finanzen in Excel auswertet, sollte die Möglichkeit haben, die Daten aus den PFM-Tools exportieren zu können.

 - Nette Spielereien - Peergruppenvergleiche: Über Geld reden viele nicht gerne, aber wäre es nicht interessant zu sehen, was andere Leute aus dergleichen Einkommensgruppe so im Monat ausgeben und sparen können? Man denke an Spritsparportale wie spritmonitor.de. Dort kann man schauen, welche autoaffinen Zeitgenossen das gleiche Automodell noch sparsamer durch die Gegend kutschieren. Warum so etwas ähnliches nicht auch bei PFM-Tools integrieren?

- Automatisches Sparen / Geld Anlegen: Wem es gelingt, jeden Monat mindestens eine bestimmte Summe übrig zu behalten, sollte über PFM-Tools oder auch direkt übers Onlinebanking steuern können, dass dieses Geld direkt und automatisch auf zum Beispiel ein Tagesgeldkonto fließt.

 - Unterstützung bei der Steuer: Nett für Freiberufler zum Beispiel wäre es, wenn man Positionen gleich als steuerrelevant „flaggen“ könnte.

 Diese Liste ließe sich gewiss noch verlängern. Schreiben Sie uns doch, was Sie sich von diesen Tools noch wünschen. Wir sind gespannt!

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