Dienstag, 15. Juli 2014

Goldman-Sachs lässt den Goldpreis purzeln

Es sah alles so schön aus für den Goldpreis - aber Goldman-Sachs hat die Party gesprengt und die Notierung für das Edelmetall mit einer Verkaufsempfehlung gestern so stark fallen lassen wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Die Goldfans lassen sich davon aber kaum beirren und kaufen munter weiter.

Der Kurssturz vom Wochenstart auf zeitweise nur noch knapp über 1300 Dollar je Feinunze ist vermutlich zu einem guten Teil auf Aussagen der Investmentbank Goldman-Sachs zurückzuführen. Dabei hat deren Rohstoffexperte Jeffrey Currie lediglich seine Prognose bestätigt, dass Gold Ende des Jahres nur noch 1050 Dollar kosten werde. Aber auf Currie hören die Anleger, lag er doch im April 2013 mit seiner Verkaufsempfehlung sozusagen goldrichtig. Anschließend kollabierte das gelbe Metall regelrecht - um 13 Prozent binnen zwei Tagen.

Curries Aussagen trafen gestern auf fruchtbaren Boden, weil gleichzeitig die portugiesische Bankenkrise an Schrecken verlor und die Aktienmärkte eine Erholungsrallye starteten. Und auch die Société Générale streute Salz in die Wunden mit einer Prognose von 1245 Dollar für das Schlußquartal 2014 - das wären rund fünf Prozent weniger als derzeit.

Viele Goldanleger haben sich allerdings vom Kursrutsch in ihrem Optimismus nicht stören lassen: In den USA stieg der Absatz des Gold-ETFs SPDR Gold-Trust so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Wie überhaupt die Käufe von Gold-ETFs das ganze Jahr über schon moderat klettern. Und auch auf den Terminmärkten kaufen die Gold-Bullen munter weiter.

Es wird also spannend werden in den nächsten Wochen, wer das Gezerre um die Richtung des Goldpreises gewinnt, die Bären oder die Bullen. Die Bullen haben die steigende Nachfrage der Anleger auf ihrer Seite, die Bären vor allem die Konjunkturerholung in den USA und die Historie. Denn die zeigt, dass nach so einem starken Preisrückgang wie bei Gold innerhalb von eineinhalb Jahren - um fast ein Drittel - noch viel mehr Zeit vergehen muss, um eine neue nachhaltige Aufwärtsbewegung zu starten.

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