Dienstag, 1. Juli 2014

Nordex und Dialog stehlen allen die Schau

Ein ungewohntes Bild zeigt die Halbjahresbilanz der vier deutschen Auswahlindizes: Dauersieger MDAX schnitt am schlechtesten ab, die beiden Kleinsten TecDAX und SDAX dagegen am besten. Und mittendrin der DAX. Die größten Gewinnbringer aus der gesamten DAX-Familie waren die TecDAX-Mitglieder Nordex und Dialog Semiconductor mit Aufschlägen von jeweils weit über 50 %.

Auch wenn viele Börsianer glauben, der DAX sei mit dem Sprung über die 10 000er-Hürde inzwischen viel zu heiß gelaufen, vermitteln die nackten Zahlen ein anderes Bild: Mit einem Plus von 2,9 %  hat der deutsche Leitindex auch im internationalen Vergleich eher schwach abgeschnitten, schwächer jedenfalls als EuroStoxx 50, S + P 500 und Nasdaq 100 - und viel schlechter als Europas Highflyer Dänemark, Norwegen, Niederlande, Italien oder Spanien, die allesamt zwischen 10% und gut 20 % hinzugewonnen haben. In Deutschland waren der TecDAX mit plus 12,2 % und der SDAX mit plus 8,8 % deutlich besser, nur der MDAX hinkte mit einem Zuwachs um 1,5 % dem Leitindex noch etwas hinterher.

Die größten Gewinner unter den Einzelwerten gehören denn auch TecDAX und SDAX an. Im Technologieindex überragten Windanlagenbauer Nordex und Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor mit Kursanstiegen um 69 % bzw. 62 %, gefolgt vom Bau-Softwarespezialisten Nemetschek mit 40 % und Mobilfunk-Dienstleister Drillisch mit 39 %.  Große Verlierer waren hier der Telekom-Dienstleister QSC (minus 27 %), sowie Laser-Spezialist LPKF und Pfeiffer Vakuum (je minus 19 %).

Im SDAX verteuerten sich Baugerätehersteller Wacker Neuson um 50 %, Keramik- und Lifestyle-Anbieter Villeroy + Boch um 37 %, sowie der Zulieferer für die Möbelindustrie, Surteco und Borussia Dortmund um je 30 %. Größter Verlierer waren Kunstoffspezialist Balda (minus 32 %) und zooplus (minus 15 %).

Im MDAX schnitten Maschinenbauer Kuka mit einem Zuwachs um 30 % sowie die Immobilienholding Gagfah und Optiker Fielmann mit jeweils plus 24 % am besten ab, Südzucker (minus 24 %) sowie Wincor Nixdorf und SGL Carbon mit je 17 % Verlust am schlechtesten.

Im DAX schlug in den ersten sechs Monaten die Stunde der großen Verlierer der vergangenen Jahre: ThyssenKrupp legten um 20 % und RWE um 18 % zu, gefolgt von Infineon mit 17 % Gewinn. Die einzigen Verlierer im zweistelligen Bereich waren die Deutsche Bank mit einem Aderlass um 22 % sowie adidas, die sich um 20 % verbilligten. Bei den DAX-Werten waren also sowohl nach oben als auch nach unten die Ausschläge am geringsten.

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