Montag, 21. Juli 2014

Russland kämpft gegen die Kapitalflucht

Eigentlich schien sich die Lage an den russischen Finanzmärkten wieder beruhigt zu haben. Doch nun rutschen Rubel und die russischen Aktienmärkte erneut deutlich ab. Denn die neuen Sanktionen der USA und der EU haben tatsächlich bereits jetzt dramatische Auswirkungen für die russische Wirtschaft.

So haben die USA großen Konzernen den Zugang zu den internationalen Finanzmärkten abgeschnitten. Sie dürfen keine Dollaranleihen mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen mehr begeben. Das dürfte die Energiekonzerne Rosneft und Novatec oder Banken wir die Vnesheconombank und die Gazprombank relativ schnell in Finanzierungsprobleme bringen.

Schlimmer noch wiegt aber die Kaptialflucht, die nun eine neue Dynamik erreicht hat. Schon vor einem Monat attestierte der IWF, dass die Ukrainekrise die Wirtschaft "zum Stillstand gebracht hat". Nun dürfte aus dem Stillstand schnell ein Rückschritt werden. Experten halten ein negatives Wachstum in diesem Jahr für möglich, vor allem wenn der Rohölpreis weiter zurückgeht.

Wer aber meint, dass die Sanktionen schnell zu einem Einlenken führen werden, dürfte sich irren. Präsident Putin hat bisher relativ klar gemacht, dass er außer mündlichen Versprechen wenig dazu beitragen will, die Lage in der Ukraine zu stabilisieren. Und er spielt auf Zeit. Denn auch der Westen, allen voran die Exportnation Deutschland, werden unter ausbleibenden Investitionen und fehlender Nachfrage leiden. Verlieren werden also alle  - allen voran aber die Menschen in der Ostukraine.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen