Freitag, 24. Oktober 2014

Freitagsfrage - Was ist den Deutschen wichtig bei der Geldanlage?

Alle Jahre wieder zum Weltspartag wird das Spar- und Anlageverhalten der Deutschen durchleuchtet. Dabei zeigt sich  mal wieder, dass wir ein Volk von Sicherheitsfans sind - uns damit aber auf lange Sicht selbst im Weg stehen.

Die gute Nachricht zuerst: Auch die nun schon seit ungefähr fünf Jahren andauernde Mini-Zinsphase kann uns das Sparen nicht vermiesen. Die Sparquote, so rechnet es der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken vor, ist zwar leicht rückläufig, dürfte 2014 bei rund neun Prozent liegen, allerdings in Zukunft weiter etwas abschmelzen, wenn die Babyboomer allmählich beginnen, ihre Altersvorsorge zu verbrauchen.

Doch das Zinsumfeld macht den Deutschen auch zu schaffen: Fast jeder zweiter Bürger (45 Prozent) findet die niedrigen Zinsen und die gegenwärtige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beunruhigend. Mit der Folge, dass 13 Prozent von ihnen weniger sparen, weil ihnen die Anreize fehlen, nur fünf Prozent dagegen mehr zurücklegen. Das zeigt das aktuelle Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Und wenn sie Geld zurücklegen, dann steht Sicherheit ganz hoch im Kurs. Gerade mal jeder Achte investiert angesichts der Minizinsen stärker in chancenreiche Anlageformen wie Aktien oder Aktienfonds und -ETFs. Langfristig betrachtet ist das aber ein Fehler, da diese Anlageformen auf längere Sicht die höchsten Renditechancen bieten, sich allerdings unter Schwankungen nach oben entwickeln. Das ist nichts für schwache Nerven, hat sich aber in der Vergangenheit auf längere Sicht immer bezahlt gemacht.

In der Minizinsphase gilt das umso mehr: Denn wer mit seinen Geldanlagen nur auf Sicherheit setzt, enteignet sich selbst: Er schafft es kaum, die Inflationsrate zu schlagen und vernichtet dadurch Jahr für Jahr Geld. Ein bißchen Risiko gehört also in jede Anlagestrategie, die sich langfristig auszahlen soll.

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