Dienstag, 25. November 2014

2015 wird die Aktienanleger erfreuen

Seit einigen Tagen sprießen die Jahresausblicke der großen Investmentbanken nur so aus dem Boden. Fast alle weisen 2015 den Aktienmärkten erneut klar die Favoritenrolle zu - aber die Akzente sind verschieden - abzulesen auch an den Prognosen der beiden Börsen-Leitwölfe Goldman Sachs und Deutsche Bank.

Die Deutsche Bank  rechnet mit einer Belebung der Weltwirtschaft, die allerdings sehr moderat vor sich gehen werde. Die Strategen sprechen von "Schildkrötenzyklus", also einem Konjunkturaufschwung, der langsamer nach oben strebe als sonst üblich, dafür aber auch länger dauern werde.

Obwohl Europa der Wachstumsnachzügler unter den Industrieregionen bleiben werde, sehen die Deutschbanker hier große Aktienchancen. Denn die Bewertung im Vergleich zum US-Markt sei günstig und die Dividendenrendite mit erwarteten 4,1 % im Durchschnitt der Euro-Stoxx-50-Aktien sehr attraktiv. Die Experten leiten daraus eine Gesamtperformance - Kurs plus Dividende - im EuroStoxx 50 von rund 16 % ab. Das ist zwar mehr als für den S+P 500 mit 13 % - aber da die Banker eine weitere Aufwertung des Dollar erwarten, halten sie US-Aktien per Saldo für europäische Anleger nach wie vor für reizvoll.

Einen starken Dollar nimmt auch Goldman an und nennt sogar Zahlen: Der Euro soll bis Ende 2015 auf 1,15 Dollar fallen und bis 2017 die Parität erreichen, also bei etwa einem Dollar stehen. Wie die Deutschbanker rechnen auch die Goldmänner nur mit einer leichten Belebung der Weltwirtschaft, angeführt von den USA. Der Ölpreis werde niedrig bleiben und damit die Inflationsraten weiter am Boden halten, so dass die Zinsen länger so tief wie derzeit verharren könnten als noch vor Monaten erwartet worden war.

Für Aktien ist Goldman dennoch weniger optimistisch als die Deutsche Bank: Die Experten rechnen nur mit einer moderaten Performance - außer in Japan und einigen Emerging Markets, wo es bessere Chancen gebe. So sieht Goldman für den S+P 500 gerade einmal eine Gesamtperformance von 5 % voraus - etwa je zur Hälfte bestehend aus Kursgewinnen und Dividenden.

Da ist Professor Jeremy Siegel, ein altgedienter und seit Jahrzehnten hoch angesehener Börsenexperte, schon optimistischer: Er sieht den Dow Jones Ende 2015 bei über
20 000 Punkten - rund 12 % höher als aktuell. Hinzu kommen noch die Dividenden. Aber es gibt auch Skeptiker. So hat die DZ-Bank, das genossenschaftliche Spitzeninstitut in Deutschland, eine DAX-Prognose von 9500 Zählern veröffentlicht, also 300 Punkte niedriger als der derzeitige Stand - und in den USA soll es noch deutlich stärker abwärts gehen, was der Hauptbelastungsfaktor für die deutschen Börsen sein werde.

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