Dienstag, 11. November 2014

Allianz-Aktie statt Bundesanleihe und Lebensversicherung?

Deutlich mehr Dividende, das Versprechen, die Ausschüttung nicht mehr zu senken und dazu noch überschüssiges Kapital alle drei Jahre an die Aktionäre auszukehren - die Allianz tut alles dafür, um ihre Aktie zu einer Art Anleihenersatz zu machen - vielleicht sogar zu einer Konkurrenz für Kapital-Lebensversicherungen.

Der Maschinenbauer GEA (siehe unseren Blogbeitrag) hat es vor kurzem vorgemacht - und nun folgt mit dem Assekuranzkonzern ein echtes Schwergewicht dem Motto: Mehr für die Aktionäre. Sie sollen künftig die Hälfte des Jahresüberschusses bekommen und nicht mehr nur 40 Prozent. Für die Allianz-Aktie bedeutet das, falls das vierte Quartal ähnlich gut läuft wie die drei vorangegangenen, dass die Dividende um die 7 Euro betragen müsste. Daraus errechnet sich beim aktuellen Kurs eine Rendite von sage und schreibe gut 5 Prozent. Das ist mehr als das 30fache der Verzinsung 5-jähriger Bundesanleihen! Für Anleger, die eine hohe laufende Verzinsung anstreben - viele Großanleger, aber auch Privatanleger, die das Geld als Zuschuss zur Rente benötigen - ist das eine attraktive Alternative, vor allem in der Phase der Nullzinsen, die vermutlich noch eine Weile anhalten wird.

Mit dem Dividendenschub rücken die Allianz und zuvor schon GEA die Aktie generell wieder stärker in den Blickpunkt der Langfristanleger, die bislang vorwiegend Festverzinsliche ins Depot gelegt und die Aktie weitgehend gemieden haben. Da die Eigenkapitaldecke der AGs in den letzten Jahren deutlich länger geworden ist, könnten diesen Beispielen auch noch viele andere Unternehmen folgen und so der Aktie zu einer Renaissance in Deutschland verhelfen. Für die darniederliegende Altersvorsorge wäre das ein Segen.

Wenn man die Sache weiterdenkt, ist vermutlich die Allianz-Aktie mit ihrer hohen Dividende und der Quasi-Garantie nicht nur ein trefflicher Anleihenersatz, sondern auch die bessere Alternative zur Kapital-Lebensversicherung. Deren Garantiezins fällt ab kommendem Jahr auf 1,25 Prozent, und die durchschnittliche Rendite inklusive aller Überschussanteile beträgt in diesem Jahr 3,4 Prozent. Das alles wohlgemerkt nur auf den Sparanteil, der üblicherweise 75 bis 80 Prozent der Beiträge ausmacht. Wer sich jetzt eine Allianz-Aktie ins Depot legt, statt kurz vor Jahresende noch schnell eine Lebensversicherung mit dem alten Garantiezins von 1,75 Prozent abzuschließen, fährt vermutlich deutlich besser. Nicht nur in den nächsten Jahren, sondern auch langfristig.


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Kommentare:

  1. Also ein Klumpenrisiko möchte ich in meinem Depot nicht haben, aber ein paar weitere Werte könnten die Allianz sicher zwecks Diversifikation ergänzen.

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  2. Um den Kauf von Allianz Aktien mit einer Lebensversicherung zu vergleichen, musss man aber auch davon ausgehen, dass man nicht nur einmal sondern monatlich oder zumindest jährlich weitere Aktien der Allianz kauft. Denn eine Lebensversicherung wird ja auch jeden Monat gefüttert.
    Ansonsten sehe ich das 1:1 wie sie es hier dargestellt haben. Allerdings steht der Staat schon in den Startlöchern und wird sich bald mehr Steuern auf Kapitalerträge holen. am Ende ist der Staat immer der Gewinner und der kleine Mann kann zusehen wie und ob überhaupt er ein Vermögen aufbauen soll / kann.
    Gruß
    Alex

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