Donnerstag, 4. Dezember 2014

Apple-Kurssturz ist ein Warnsignal


Die Frage, was den Kurssturz der Apple-Aktie am Montag ausgelöst hat, ist auch drei Tage später nicht eindeutig geklärt. Nasdaq und SEC wollen sich auf unsere Anfrage nicht offiziell zu dem Fall äußern. Klar ist aber, dass es kein „fat-finger-trade“ war, also keine falsch eingegebene Order. Das mahnt zur Vorsicht.

Zum Teil machten direkt nach dem Einbruch – die Apple-Aktie war am Montagmorgen binnen einer Minute um 6,4 Prozent abgesackt – höchst fragwürdige Erklärungen die Runde, wie ein zögerliches Weihnachtsgeschäft oder schleppende Absätze beim iPhone 6. Auch die Anfrage bei der Nasdaq bringt wenig Aufschluss: „Wir kommentieren einzelne Kursbewegungen nicht“, sagt der Sprecher. Und die SEC lehnt einen Kommentar ab, ob der Fall untersucht werde.

Der rasante Kurssturz erinnert an den Flash-Crash im Mai 2010. Damals brach der S&P 500 binnen sechs Minuten um sechs Prozent ein – die Apple-Aktie schaffte das innerhalb einer Minute und 40 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung waren vernichtet.

Die wahrscheinlichste Erklärung für den Einbruch ist eine größere Verkaufsorder, auf die eine Kettenreaktion folgte: Automatische Verkaufsprogramme drückten den Kurs kontinuierlich weiter nach unten. Inzwischen hat die Aktie zwar die Hälfte des Verlusts wieder aufgeholt – aktuell bewertet der Markt den Technologieriesen mit 680 Milliarden Dollar -, doch die Unsicherheit wächst, ob Apple den Erfolgskurs dauerhaft halten kann. Zwar hat das Unternehmen mit ApplePay einen Trumpf im Ärmel und die neue iPhone-Generation dürfte für weitere Absatzsteigerungen sorgen, doch aufgrund der hohen Bewertung, Rechtsstreitigkeiten und der Diskussion um die Steuerschlupflöcher in Europa, könnte der Aktienkurs eine längere Verschnaufpause auf dem Weg nach oben einlegen.   

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