Montag, 1. Dezember 2014

Kommt die Eurokrise zurück?

Lange herrschte Ruhe in Sache Eurokrise. Und viele meinen, das sei ein Begriff aus der Vergangenheit. Doch nun nehmen immer mehr Volkswirte das Wort wieder in den Mund. Zu Recht!

Was ist da los? Griechenland braucht neue Milliarden, die Staatsschulden in Frankreich sowie anderen Südländern sind nicht in den Griff zu bekommen, die Konjunktur in Europa lahmt. Sind das nicht Zustände wie in den Krisenjahren 2010/2011? Ja, aber noch mehr: Die Lage ist zum Jahresende 2014 aktuell.

Immer mehr Volkswirte, wie UBS-Europavolkswirt Martin Lück vor einigen Tagen oder nun auch der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, warnen daher vor einer möglichen Rückkehr der Eurokrise. Und dazu bräuchte es nicht viel.

Denn die Situation ist nur wenig verändert. Zwar haben einige der ehemaligen Krisenländer große Fortschritte in Sachen Wettbewerbsfähigkeit gemacht, dafür sind die wichtigen Mitgliedsländer Frankreich und Italien aber tiefer in die Abwärtsspirale von zu hohen Kosten, geringer Wettbewerbsfähigkeit und hohen Staatsschulden gerutscht.

Einziges wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu Krise vor ein paar Jahren ist derzeit die Reaktion der Finanzmärkte: Die spielen Normalität und geben den angeschlagenen Euroländern weitgehend ihr Vertrauen.  Oder besser gesagt: Sie haben eingesehen, dass man gegen die gigantische Geldpresse der EZB nicht spekulieren kann. Sollte sich allerdings abzeichnen, dass die Gelddruckmaschine allmählich etwas weniger exzessiv bedient wird, könnte sich das schnell ändern.

Das wissen alle Beteiligten und wissen doch nicht, wie sich Europa aus dem Kreislauf befreien kann. Derweil wächst die Gefahr, dass die Geldschwemme neue Blasen an den Immobilienmärkten hervorruft.


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