Montag, 8. Dezember 2014

Tag der schlechten Nachrichten

Angesicht der aktuellen Nachrichtenlage hält sich die Börse tapfer. Der DAX verliert zwar mehr als ein halbes Prozent, steht aber derzeit noch über der 10.000 Punkte Marke. Dabei gibt es gleich mehrere Gründe, sich um die Weltkonjunktur zu sorgen.

Da ist zum einen Japan. Für uns mag da Land zwar weit weg erscheinen. Aber immerhin ist es nach China und den USA die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Und der geht es schlecht, schlechter als gedacht. Das BIP-Zahlen für das dritte Quartal wurden nun nach unten korrigiert. Minus 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal heißt die neue Zahl, und das ist eine ausgewachsenen Rezession. Die Politik von Regierungschef Abe zündet nicht, und nach exzessiven Staatsausgaben und einer extrem expansiven Geldpolitik scheint das Pulver verschossen.

Schlechte Nachrichten kommen auch aus der Eurozone. Nicht nur, dass Griechenland anscheinend wieder den Machtkampf mit seinen Geldgebern sucht. Heute wurde ein Haushalt verabschiedet, den die Troika aus EU, EZB und IMF noch nicht abgesegnet hat. Die Angaben im Zahlenwerk gelten als sehr optimistisch, und es droht eine neue Hängepartie in Sachen Kredite an Griechenland.

Schlimmer aber ist, dass Italien wieder in das Kreuzfeuer der Ratingagenturen gerät. Denn bislang hatten Analysten vorsichtigen Optimismus zur Entwicklung verbreitet. Es schien, als hätte Regierungschef Renzi eine Weg gefunden, die schlechte Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Standard & Poor's scheint da anderer Meinung zu sein. Sie stuften die Anleihen des Landes nun auf BB- herab. Das ist nur eine Stufe über Ramschniveau. Ein herber Rückschlag. Folgerichtig geraten italienische Staatsanleihen unter Druck, und rentieren nun wieder bei mehr als zwei Prozent.

Das ist allerdings ein Niveau, mit dem Italien gut leben kann. Denn die Anleger vertrauen darauf, dass die Geldpolitik der EZB nicht nur weiter die Aktienmärkte beflügeln wird. Geplant sind zudem Käufe der EZB am Anleihenmarkt, die auch hier die Kurse stützen werden.

Das mag auf absehbare Zeit für Ruhe sorgen. Auf Dauer kann die Wirtschaftszone EU aber nicht nur von der Geldpolitik leben. Zeit also für echte Anstrengungen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit.

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