Mittwoch, 7. Januar 2015

Ein "Doppeleffekt" sorgt bei der Airbus-Aktie für Kursphantasie

Im vergangenen Jahr zählte die Aktie von Airbus zu den größten Verlieren im MDAX - um fast 25 % ging es mit dem Kurs nach unten. Denn der Flugzeugbauer enttäuschte bei den Gewinnen und den Prognosen für 2015. Aber die jüngsten Entwicklungen  haben das Bild grundlegend verändert. Zwei Effekte dürften das Geschäft von Airbus 2015 und darüber hinausviel stärker anschieben als bislang erwartet.


Zum einen sorgt der Ölpreisverfall dafür, dass Fliegen generell günstiger wird - und dass die Fluglinien auf Grund des wachenden Passagieraufkommens ihre Flottenpolitik expansiver gestalten können, also mehr Maschinen ordern. Und das kommt mit Boeing und Airbus den beiden Weltmarktführern besonders zugute.

Im ewigen Kampf der beiden Giganten hat aber Airbus die Nase jetzt deutlich vorn. Denn der europäische Flugzeugbauer profitiert enorm vom schwachen Euro. Das Unternehmen produziert überwiegend im Euro-Raum, verkauft werden die Maschinen aber nach Dollar-Preislisten. Airbus hat damit im Vergleich zum amerikanischen Konkurrenten, der fast nur im Dollar-Raum fertigt, einen erheblichen Kostenvorteil in der Produktion, den es für höhere Gewinnmargen oder für niedrigere Angebotspreise und damit eine bessere Wettbewerbssituation gegenüber Boeing nutzen kann. Vermutlich wird das Management eine Mischung aus beiden wählen.

Airbus hat bereits im vorigen Jahr vorgerechnet, dass ein Euro-Abstieg um 10 Cents gegenüber dem Dollar etwa eine Milliarde Euro mehr operativen Gewinn in die Kasse des Unternehmens spülen wird. Da der Euro im Jahresvergleich aber schon fast 20 Cents nachgegeben hat, liegen die Windfall-Profits aus den Währungsbewegungen eher bei 2 Milliarden Euro. Und das macht Airbus zu einem der interessantesten Turnaround-Kandidaten, zumal die Fundamentaldaten mit einem KGV von 12 (für 2015) und einer Dividendendenrendite von über 3 % gut aussehen.

Dass die Aktie trotz dieser hervorragenden Ausgangslage vermutlich aber nicht sofort durchstartet, sondern nur langsam an Höhe gewinnt, liegt an den wachsenden Sorgen um die internationale Konjunktur. Denn die Zahl der Flugpassagiere hängt stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Dieser Effekt dürfte die Aufwärtsbewegung der Airbus-Aktie zwar bremsen, aber kaum aufhalten.

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