Montag, 26. Januar 2015

Gute Stimmung bei den Anlegern - trotz Griechenlandwahl

Der Dax ist nicht zu stoppen – trotz der Eskalation in der Ukraine und dem Linksruck nach der Wahl in Griechenland. Denn die Vorzeichen für deutsche Unternehmen stehen gut wie selten. Und das drückt sich auch in einer guten Stimmung unter den Managern aus.

Der ifo-Geschäftslimaindex, einer der wichtigsten Frühindikatoren für die deutsche Wirtschaft, stieg im Januar zum dritten Mal in Folge an. Das gilt als zuverlässiges Anzeichen dafür, dass die deutsche  Konjunktur wieder anzieht. Und darauf deutet tatsächlich einiges hin: Der schwache Euro und der niedrige Ölpreis verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und die Ertragskraft der Unternehmen. Zudem stärkt die Niedrigzinspolitik der EZB die Binnenkonjunktur. Denn klassisches Zinssparen ist wenig attraktiv, die Bürger konsumieren lieber.

Aktien sind angesichts der neuen Geldschwemme der Zentralbank ohnehin eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten, sein Geld ertragreich anzulegen. Spricht also alles für die Börse? Wie immer zwar vieles, aber eben doch nicht alles. Denn die Griechenlandwahl hat das Augenmerk wieder auf die Schuldenkrise in Europa gelenkt – und die verdient tatsächlich Aufmerksamkeit.

Zwar spricht alles dafür, dass der neue Regierungschef Alexis Tsipras eben keinen Schuldenschnitt durchsetzen kann, obwohl der mehr als überfällig wäre. Denn das wäre nicht nur teuer für die Gläubigerländer - allen voran Deutschland. Die Folgen für den gesamten Euroraum wären groß. Auch andere Schuldnerländer müssten dann ähnlich behandelt werden.

Doch genau das ist das Dilemma, in dem die europäische Wirtschaft weiter steckt. Das Grundproblem ist ungelöst, alle Maßnahmen von Politik und Geldpolitik kaufen einfach nur Zeit. Es ist anzunehmen, dass das noch eine ganze Weile lang gut gehen und der Dax weiter die guten Nachrichten aus der Wirtschaft feiern kann. Aus den Augen verlieren sollten Anleger die Schuldenkrise trotzdem nicht.

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1 Kommentar:

  1. Hallo,
    ich bin der Meinung, dass es noch ein paar Monate dauern wird, bis wir die Konsequenzen der GR Wahl im DAX spüren können. Spätestens dann, wenn es dazu kommen sollte, dass GR gar keine Schulden mehr zurückzahlen möchte/kann könnten meiner Meinung nach die Kurse stark nachgeben - abwarten.

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