Mittwoch, 14. Januar 2015

Tagesgeld - Zinshopper im Vorteil

Nach wie vor horten viele Deutsche ihr Erspartes gerne auf Tagesgeldkonten. Doch je länger die Niedrigzinsphase dauert, wird es immer schwieriger, mit Tagesgeld einigermaßen annehmbare Zinsen zu verdienen. Die aktuell gesunkene Inflationsrate sorgt zwar für etwas Erleichterung, aber Anleger müssen schon aktiv werden und den Anbieter wechseln wollen, um bei Tagesgeld noch etwas herauszuholen. Sonst wird Tagesgeld schnell ein Minusgeschäft, wenn man nicht aufpasst.

Die deutsche Inflationsrate betrug im November 2014 nur noch 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in der Zeit von Juli bis Oktober waren es noch 0,8 Prozent gewesen. Und wenn man sich die Teilfaktoren der Inflationsrate anschaut, dann fällt auf, dass etwa Lebensmittel nur um 0,3 Prozent teurer wurden – in den Vormonaten hatten sie sich stärker verteuert als der Verbraucherpreisindex insgesamt. Wohnung, Wasser, Strom und Co. verteuerten sich im vergangenen halben Jahr dagegen in etwa genauso wie der Index insgesamt.

Bei Tagesgeld ist dagegen im Durchschnitt aktuell nur noch ein Zinssatz von 0,42 Prozent zu verdienen, wie es der Tagesgeldindex des Verbraucherportals biallo.de zeigt. Wer bei einem Durchschnittsanbieter Kunde ist, zahlt also drauf!

Die Unterschiede im Detail sind aber beträchtlich: Topanbieter mit deutscher Einlagensicherung zahlen zwischen 1,1 und 1,25 Prozent – allerdings nur für Neukunden. Auch wenn es Arbeit macht: Wechselwillen wird also belohnt. Bei Banken mit ausländischer Einlagensicherung ist zum Teil auch noch mehr zu holen, wenn man denn möchte.

Interessant sind derzeit mehrere Angebote mit zusätzlicher freiwilliger deutscher Einlagenischerung: Zum Beispiel das der Consorsbank mit 1,2 Prozent und einer Zinsgarantie auf 12 Monate; den hohen Satz gib es aber nur bis Anlagesumme von 50 000 Euro, danach sind es 0,6 Prozent. Das ist derzeit der Satz für Bestandskunden. Bei der ING-Diba gibt es zwar 1,25 Prozent, garantiert aber bloß für vier Monate auf Summen bis 100 000 Euro, danach sind es noch 0,8 Prozent – das ist hier der Satz für Bestandskunden.

Klar ist aber: Einen Blumentopf zu gewinnen gibt es bei diesen Zinsen mit Tagesgeld dauerhaft nicht. Anleger sind gut beraten, in diesem Anlageprodukt eigentlich nicht mehr als drei bis fünf Monatsgehälter zu sparen, um eine ausreichend großes Liquiditätspolster für die Wechselfälle des Lebens zu haben. Wer allerdings mehr Geld für eine längere Zeit anzulegen hat, kommt um Aktien, Aktienfonds und –ETFs nicht herum.

Doch die Deutschen sind hier immer noch verunsichert und halten sich zurück. Die großen deutschen Onlinebroker comdirect, Consorsbank, DAB bank und ING-Diba starten daher Ende Januar die Aktion „Pro Aktie“, die auch vom Deutschen Aktieninstitut und der Frankfurter Wertpapierbörse unterstützt wird. Sie soll unter anderem der Aufklärung der Bevölkerung dienen, um Vorurteile gegenüber Aktien & Co. abzubauen. Details sind noch offen, aber gut möglich, dass die Broker unter anderem Free Trade Aktionen und ähnliches planen, um die Kunden hinter dem Ofen hervorzulocken.

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