Freitag, 6. Februar 2015

Freitagsfrage: Wie sollen wir jemals wieder von unseren Schulden herunterkommen?

Die Unternehmensberatung Mc Kinsey wollte es genau wissen: Wie sieht es aus mit der Verschuldung weltweit? Nicht nur die der Staaten, sondern auch der Unternehmen und privaten Haushalte. Eine großangelegte Studie zeigt erschreckende Ergebnisse.

Denn trotz allen Bemühungen und allem Gerede um Konsolidierung: Das Verschuldungsproblem ist weltweit nicht besser geworden, nicht einmal gleich geblieben, sondern rasant gewachsen. Sagenhafte 57 Billionen mehr Schulden sind in der Welt heute offen als 2007, dem Jahr der globalen Finanzkrise. Insgesamt stehen Staaten, Unternehmen und Haushalte weltweit mit 199 Billionen in der Kreide. Das sind 286 Prozent des jährlichen BIP.

Ganz besonders stark ist die Dynamik in China. Dort hat sich die Belastung seit 2007 vervierfacht. China seht heute gemessen an der Schuldenlast im Verhältnis zum BIP schlechter da als die USA.

Zwar helfen die vergleichsweise geringen Zinsen den Schuldnern, und nicht jeder Kredit ist schlecht. Wo immer damit Investitionen finanziert wird, wird Wachstum und Einnahmen generiert. Doch sind sicher nicht alle Schulden, vor allem von Staaten und den Privatleuten, dafür eingesetzt worden.

Und jetzt? Das Beispiel Griechenland zeigt: Einfach sparen hilft auch nicht. Denn anders als im viel zitierten schwäbischen Haushalt sind Einnahmen und Ausgaben des Staates eben nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Weniger Ausgaben heißt auch weniger Einnahmen, und damit ist das Problem nicht zu lösen.

Richtig helfen würde also nur eine Entwertung der gigantischen Schulden, entweder durch harte Maßnahmen wie Schuldenschnitte oder eben durch Inflation. Die Frage, ob es den Zentralbanken in absehbarer Zeit gelingt, die Deflationstendenzen zu stoppen und Inflation zu erzeugen, ist also entscheidend. Nur so könnte nämlich auf Dauer verhindert werden, dass die Schuldenlast zu einer weltweiten Schuldenkrise führt.

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1 Kommentar:

  1. Würde man als Privathaushalt die gleiche Schuldenpolitik betreiben wir Staaten, dann säße man nach spätestens zwei Jahren wegen Kreditbetrugs im Gefängnis. Beim privaten Schuldenmachen gibt es einfache Regeln: Am besten gar nicht, wenn man nicht mit Geld umgehen kann. Am dümmsten für Konsum. Eigentlich nur, um einen echten Gegenwert zu kriegen. - Und: Ehe man die Schulden aufnimmt, muss man einen realistischen Plan zur Tilgung haben. Gerade letzteres scheinen alle Staaten vergessen zu haben.

    Im privaten Haushalten gibt es auch nur einen Weg um zu Geld zu kommen: Man gibt weniger aus als man einnimmt. Dazu gilt wiederum: Ausgaben verringern und Einnahmen erhöhen. Dasselbe gilt für Firmen. - Und wie machen es Staaten?

    Tja, bleibt den Staaten doch nur der Weg des Kreditbetrugs. In dem Fall durch weg inflationieren.

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