Donnerstag, 26. Februar 2015

Wann knackt der Nasdaq die 5000er-Marke?

Und wieder hat es nicht gereicht: Dow Jones und S&P haben längst ihre alten Höchststände hinter sich gelassen, nur dem Nasdaq-Index fehlen noch rund 1,5 Prozent zum Allzeithoch von 5049 Punkten, das er am 10. März 2000 erreichte. Am Mittwoch hätte es fast geklappt. Mit den Kurssteigerungen werden Erinnerungen an den Internethype wach. Doch was ist jetzt anders?

Die Bewertung. Die Nasdaq-Schwergewichte  Apple, Google und Microsoft werden auf Basis der Gewinnschätzungen für 2016 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 15 und 25 gehandelt. Facebook erscheint mit einem KGV von knapp 40 dagegen schon teuer. Im Jahr 2000 wäre das günstig gewesen: Damals wurden die drei gewichtigsten Indexmitglieder Microsoft, Cisco und Intel mit dem 40- bis 130-fachen des Gewinns bewertet. Da die Bewertung vieler Techtitel heute realistisch ist und Techkonzerne wie Apple, Google & Co weiter innovativ sowie ertragsstark sind, ist die 5000er-Marke lediglich eine Frage der Zeit - eher von Tagen als von Wochen oder Monaten.

Kurzfristig würde den Techtiteln allerdings eine kleine Verschnaufpause gut tun. Seit der Korrektur im Oktober hat der Tech-Index bereits 20 Prozent zugelegt, zuletzt war der Index zehn Tage in Folge geklettert. Am Mittwoch geriet jedoch Indexschwergewicht Apple unter Verkaufsdruck (Apple büßte 2,5 Prozent ein) und die Indexrallye war abruppt beendet.

Hintergründe für die Kurskorrektur waren eine Analystenherabstufung sowie Meldungen, dass Google-Nutzer künftig bis zu 50.000 Musik-Dateien kostenlos abspeichern können - auch aus i-Tunes von Apple - und sowohl über iOS als auch Android abspielen können. Zum anderen startet Google einen neuen Angriff auf Apple Pay und verbündet sich mit den Mobilfunkbetreibern AT&T, Verizon und T-Mobile um Google Wallet neu zu beleben. Wettbewerbsgefechte wie diese können, wie sich gezeigt hat, den Nasdaq-Index auf dem Weg nach oben kurzfristig ausbremsen, können ihn aber nicht aufhalten.

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