Dienstag, 10. März 2015

400 Prozent Gewinn in sechs Jahren

Vor genau sechs Jahre begannen die Aktienkurse weltweit ihren Aufschwung nach dem fürchterlichen Crash im Gefolge der amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise. Die Gewinne seither sind zum Teil phänomenal - vor allem an den deutschen Börsen. Ein Index hat sich sogar nahezu verfünffacht.

Am 9. März 2009 herrschte Weltuntergangsstimmung an den Börsen. Die Aktienkurse, die zuvor bereits massiv verloren hatten, brachen nochmals ein. Aber im Verlauf der Börsensitzung erfolgte eine Gegenreaktion. Am 10. März erholten sich die Kurse weiter - und diese Tendenz hielt sich - mit langen Unterbrechungen - bis heute. Eine der längsten Haussen der Börsengeschichte hatte also vor exakt sechs Jahren ihren Startpunkt.

Besonders gut schnitten in diesem Zeitraum deutsche Aktien ab, sie schlugen die Dividendenwerte nahezu aller anderen Börsen aus dem Feld, da die deutsche Wirtschaft die Krise nach dem Crash erstaunlich gut überstand. Den Vogel schoss dabei der MDAX ab. Die mittelgroßen Aktien hatten zuvor am meisten gelitten, aber seit dem 9. März 2009 konnten sie sich im Durchschnitt um 390 % verbessern, also nahezu verfünffachen - von 4119 Punkten auf 20155 Zähler gestern. So manche Aktie hat seither ihren Kurs mehr als verzehnfacht. TecDAX und SDAX folgen mit fast 300 %, während der DAX mit "nur" 223 % hinterherhinkte. Hier ragen Infineon mit über 2500 % Plus heraus. Wieder einmal bestätigte sich also die alte Erfahrung, dass mittlere und kleine Aktien im Aufschwung deutlich stärker gewinnen als Blue Chips - allerdings dafür auch in der Baisse mehr verlieren.

Vor allem im Vergleich zu den anderen europäischen Aktien waren die deutschen Dividendenwerte Spitze, denn der EuroStoxx 50 konnte sich nur um 100 % verbessern - die Euro-Schuldenkrise hinterlässt hier immer noch tiefe Spuren. Besser machten es Dow Jones und Nikkei 225, die um jeweils knapp 180 % zulegten.

Bei all diesen Indizes ist zu beachten, dass bei ihnen noch die Dividenden hinzukommen, die bei den deutschen Indizes bereits einberechnet sind. Bei Aktien aus dem Dollar-Raum müssen zudem noch Währungsgewinne hinzuaddiert werden, denn der Dollar hat gegenüber dem Euro in den letzten sechs Jahren um 14 % zugelegt. Und was ist mit Gold, dem anfänglich großen Gewinner der Finanzkrise? Bei dem Edelmetall sind gerade einmal 27 % übrig geblieben - plus Währungsgewinne. Und wer die sichere Variante deutsche Anleihen gewählt hatte, erlöste in dieser Zeit - gemessen am Anleihenindex REXP - rund 30 %.

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