Dienstag, 31. März 2015

Die Angst vor der Deflation verflüchtigt sich

Erinnern Sie sich? Noch vor ein paar Jahren waren alle (auch ich) davon überzeugt, dass wir uns gegen eine große Inflationswelle wehren müssen. Einfach, weil die Zentralbanken so viel Geld in die Wirtschaft gepumpt haben. Trotzdem stiegen die Preise immer schwächer und vor etwa einen Jahr kam die Angst auf, dass wir in eine Deflationsspirale rutschen. Jetzt aber klettern die Preise wieder leicht . Was kommt also nun, Deflation, oder doch Inflation?

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Februar nach vorläufigen Meldungen um 0,3 Prozent an, nachdem sie im Januar noch leicht zurückgegangen waren. Ist die Gefahr einer Deflationsspirale jetzt gebannt, die viele herausbeschworen hatte?

Vermutlich, denn einiges spricht dafür, dass diese Gefahr nie wirklich bestanden hat. Denn einerseits waren die extrem niedrigen und zweitweise sogar fallenden Preise vor allem vom Absturz der Ölpreise verursacht, andererseits bezweifeln immer mehr Experten, dass fallende Preise tatsächlich ein dauerhaftes Problem für die Volkswirtschaft darstellen.

Ob das so ist oder nicht, werden wir vermutlich nicht so bald herausfinden. Denn alles spricht dafür, dass die Preise nun wieder stärker anziehen. Zum einen ist der Rückgang des Ölpreises vermutlich allmählich vorbei, zum anderen wird die Abwertung des Euros schon bald ihre Spuren in unseren Geldbeuteln hinterlassen. Zum Beispiel Kleidung und Schuhe dürften nach Ansicht von Branchenvertretern bald teurer werden.

Das heißt für die Anleger aber auch, dass Zinsanlagen aller Art noch unattraktiver werden, wenn die mageren Renditen auch noch von der Inflation aufgefressen werden. Inflationsgeschützte Investments wie Aktien oder Immobilien sind da sicher besser – auch wenn sie bereits teuer geworden sind. Denn genau hier sind die Milliarden wohl gelandet, die die EZB in die Wirtschaft gepumpt hat und weiter pumpen wird.

 Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen