Montag, 4. Mai 2015

Berkshire feiert Silbernes

Dass die 50te Hauptversammlung von Berkshire Hathaway unter dem Chef Warren Buffett noch einmal größer wird denn je, war klar. Doch diesmal platzte der Veranstaltungsort aus allen Nähten. Mehr als 40.000 Aktionäre kamen und lauschten.

Same procedure as every year – die selben Rituale wie jedes Jahr erwarteten die Besucher der bekanntesten Hauptversammlung der Welt. Denn außer, dass auf den Eintrittskarten eine goldene 50 zu sehen war und zur Eröffnung Flitter von der Hallendecke schwebte, war alles wie immer - nur voller.

In der Arena, in der Warren Buffett und Charlie Munger stundenlang Fragen von Aktionären beantworteten – zum Teil ausgesucht von Journalisten oder Analysten – war auch Nachmittags kein Platz frei. Und die beiden beantworteten viele der Fragen wie immer eloquent, witzig und teilweise lehrreich.

Anders waren allenfalls die Themen, die den Aktionären unter den Nägeln brennen. Es gab wenige Fragen zum Zustand der US-Wirtschaft oder einzelner anderer Länder und nur ganz selten wollte jemand etwas zu politischen Themen wie Steuern wissen.

Überraschend für die deutschen Besucher ist wohl das klare Bekenntnis zu deutschen Unternehmen. Buffett hält den Markt für attraktiv und sucht aktiv nach Kaufgelegenheiten. Mit der Einzelhandeslkette Detlef Louise hatte er vor wenigen Tagen den Anfang gemacht.

Neu oder jedenfalls ungewöhnlich: Diesmal gab es tatsächlich so etwas wie Kritik an einzelnen Berkshirefirmen – und das hat Seltenheitswert. Da ist zum einen eine Berkshire Tochter – das Fertighausunternehmen Clayton –, die wegen ihrer Kreditpolitik für die weniger zahlungskräftige Kundschaft in die Schusslinie geraten ist. Denn einige der Kunden können ihre Zahlungsverpflichtungen nicht einhalten und verlieren ihr Fertighaus wieder. Buffett war vorbereitet und legte einige Tabellen auf, die eine hohe Quote von erfolgreichen Hauskäufern nachweisen sollten.

Zum anderen wurde die moralische Dimension der Zusammenarbeit mit dem Investor 3G hinterfragt. denn tatsächlich ist 3G ein Unternehmen, dass anders als Berkshire seine Investitionen in der Regel mit harten Sparmaßnahmen überzieht. Zuletzt hatte 3G gemeinsam mit Berkshire eine Fusion von Heinz Ketchup mit Kraft Fooods angekündigt. Buffett allerdings sieht vor allem Gemeinsamkeiten im effizienten Management und wehrt die Vorwürfe ab.

Und die Aktionäre gaben sich damit zufrieden, vielleicht auch weil Buffett zuvor Redordquartalsgewinne verkündet hatte. Und damit war alles doch wieder fast wie immer.


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