Montag, 18. Mai 2015

Steigen die Zinsen jetzt wieder?

Eine richtigen Crash gab es vergangenen Woche weltweit. In die Nachrichten hat er es dennoch selten geschafft. Denn nicht die Aktienmärkte brachen ein, sondern die von Anleihen. Deutsche zehnjährige Bundesanleihen verloren bis zu fünf Prozent, die Renditen stiegen entsprechende von weniger als 0,05 Prozent im April auf 0,8 Prozent in der Spitze. Viele Experten glauben, dass das sie Zinswende ist. Und die hätte Folgen für so gut wie jede Geldanlage.


Damit hatte kaum einer gerechnet: Schnell und kräftig drehte der Anleihenmarkt vergangene Woche und hat seither erst einen kleinen Teil der Verlust wieder gut gemacht. Über den Anlass rätseln selbst die Experten. Doch egal warum, offensichtlich ist hier eine Übertreibung zurückgenommen worden, die spätestens mit dem Anleihenkaufprogramm der EZB entstanden war. Anleihen waren seither einfach zu teuer, die Zinsen bei weitem zu niedrig.

Für Sparer kommt damit neue Hoffnung auf. Denn langfristig werden die anderen Marktzinsen denen von Anleihen wohl folgen. Die Angst vor flächendeckenden Negativzinsen für Sparbücher und Festgeld dürfte damit erst einmal vom Tisch sein. Doch auch Versicherungen können aufatmen, ihre Geldanlagen werden wieder rentabler, ihre Lebensversicherungsverträge wieder etwas besser verzinst.

Und Aktionäre? Für die ist das eher ein schlechte Nachricht. Denn in den vergangenen Monaten waren sie im Prinzip die einzige Geldanlage, die überhaupt noch Gewinne versprach. Entsprechend eilte der Dax lange von einem Höchststand zum anderen. Doch nun rutschte er ein ganzes Stück ab.

Verlierer sind auch die verschuldeten Staaten, allen voran Griechenland, die nun wieder mehr für Ihre Schulden bezahlen müssen, genau wie alle anderen Kreditnehmer, die keine fest Zinsbindung vereinbart haben. Allerdings: Das Niveau der Zinsen ist nach wie vor so niedrig, dass es für die meisten Unternehmen, Häuslebauer und auch Staaten durchaus zu tragen ist. Eine moderate Zinswende ist unter dem Strich also eine gute Nachricht.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen