Montag, 8. Juni 2015

Nachrichtenflut für Anleger

Was für ein Wochenende. Normalerweise bestehen die Nachrichten am Sonntag ja zur Hälfte aus Sportmeldungen, doch diesmal ist es anders, gleich mehrere wichtige Nachrichten prasseln auf die Anleger ein. Einige sind gut, andere bedrohlich für die Wirtschaft. Der Dax tut daher das, was er seit Wochen tut: Er pendelt hin und her mit leichter Abwärtstendenz.

Denn Anleger erreichen nicht nur die blumigen Bilder vom G7 Gipfel in Elmau, die bisher zumindest aber kaum Einfluss auf die Wirtschaft haben. Aber sie erinnern uns an all die weltweiten Krisen und Probleme, für die es derzeit kein wirklich guten Lösungen gibt.

Die Deutsche Bank wechselt Ihre Führung aus und die Aktie macht eine Freudensprung – ob zurecht wird sich erst zeigen müssen, denn auch der Neue, der Brite John Cryan, kommt aus dem Investmentbanking, mit dem die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren wenig Freude hatte.

Gleichzeitig beenden die türkischen Wähler die Allmachtphantasien ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und entzieht seiner Partei AKP bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Denn der aufstrebende große Nachbar Europa strauchelt wirtschaftlich. Doch nun gibt es Hoffnung, dass die Probleme wie Korruption in Zukunft besser bewältigt werden. Eine gute Nachricht also.

Am meisten dürfte die Anleger aber ein altbekanntes Thema beschäftigen: Griechenland steuert immer klarer auf die Pleite zu, und ob dann ein Austritt des Landes aus dem Euro folgt ist unklar. Doch inzwischen scheint eines sicher: Diese Regierung in Griechenland wird vermutlich keine weitreichenden Kompromisse machen können. Denn sie ist mit der festen Überzeugung angetreten, dass der Weg, auf den die Geldgeber pochen, der falsche ist. Gesundsparen und tiefgreifende Reformen sind da so gut wie unmöglich.

Vielleicht wäre es daher an der Zeit, eine echte Deadline für das griechische Trauerspiel festzulegen. Und die Idee, die Bürger in Griechenland darüber entscheiden zu lassen, wohin die Reise führt ist  richtig. Denn sie werden die größten Lasten einer Pleite oder eines Euroaustrittes tragen müssen. Die anderen Euroländer und die EZB sind vermutlich inzwischen so weit vorbereitet, dass es keine größeren Verwerfungen geben wird.

Dem Dax könnte das gefallen. Denn wie heißt es so schön: Nichts ist schlechter für die Börse als Unsicherheit.


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