Mittwoch, 8. Juli 2015

Chinas Crash in Raten weckt Sorgen

Gerade einmal ein paar Wochen ist es her, da schien die Euphorie an Chinas Aktienmärkten unzerstörbar. Sämtliche Kennzahlen jagten von einem Rekord zum anderen, die Euphorie gerade unter den Privatanlegern schien keine Grenzen zu kennen. Doch nun ist die Party vorbei. Trotz heftiger Interventionen des Staates rutschen die Kurse immer heftiger ab.

Eigentlich ist es fast ein Glücksfall, dass Anleger in Europa derzeit ständig mit Griechenlandnachrichten zu tun haben und die Börsen hierzulande und in den USA ein gutes Stück unter ihren jeweiligen Höchstkurse notieren. Denn ein Crash in China hätte eigentlich das Zeug, alle Weltbörsen in Unruhe zu versetzen. Immerhin fielen die Kurse an den Börsen dort in den vergangenen drei Wochen und rund 30 Prozent. Doch bislang ist von weltumspannender Panik nur wenig zu spüren.

Das liegt zum einen daran, dass die staatlichen Stellen in China alles dafür tun, den Absturz zu verhindern. Zum einen, in dem sie reihenweise Aktien vom Handel aussetzten – rund 1000 Aktien oder 43 Prozent der Marktkapitalisierung sind derzeit eingefroren. Zum anderen, in dem sie Milliarden in Stützungskäufe investieren. Umgerechnet 73 Milliarden Euro stehen dafür zur Verfügung. Zudem wurden einige Regeln geändert, so dass zum Beipiel Versicherungen höhere Aktienbestände aufbauen können.

Verhindern konnte das alles den kräftigen Rutsch nicht, alleine heute verloren die wichtigsten Indizes im Schnitt rund sieben Prozent. Doch abmildern und verlangsamen kann das den Crash schon. Der war allerdings lange überfällig und ist langfristig vermutlich gut für das finanzielle Gleichgewicht.

Ganz ungefährlich ist er aber dennoch nicht. Denn bei rund zehn Billionen Marktkapitalisierung kann auch der chinesische Staat eine Markttendenz nicht aufhalten. Und auch wenn sich die Weltbörsen bislang unbeeindruckt zeigen: Eine Ansteckung ist jederzeit möglich. Zudem weiß niemand welche Dominoeffekt der starke Kursverfall auslösen könnte. Denn gerade in China sind die Schattenbanken so bedeutend wie nirgendwo sonst. Wenn sie über den Crash am Aktienmarkt fallen, könnten die Folgen für die gesamte Weltwirtschaft heftig ausfallen.

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