Montag, 27. Juli 2015

Neuer China Crash beunruhigt die Anleger

Eine Weile sah es so aus, als wäre der Einbruch der Aktienmärkte in China vor einigen Wochen nur eine Episode gewesen. Immerhin hatte die Regierung mit verschiedenen Maßnahmen und Stützungskäufen eingegriffen und die Indizes hatten sich deutlich erholt. Doch heute rutschte die Börse in Schanghai so stark ab wie seit 2007 nicht mehr. Der Aktienindex CSI 300 verlor mehr als 8 Prozent. Das beunruhigt Anleger rund um den Globus.

Denn um die Wirtschaft in China ist es ohnehin nicht gerade glänzend bestellt. Das Wachstum ist weit von der alten Dynamik entfernt, und nicht nur an der Börse sondern auch am Immobilienmarkt sprechen Experten schön länger von Blasen. Platzen sie nun, könnte das einige Privatleute und Firmen in Verlegenheit bringen, die viel mit geliehenem Geld spekuliert haben.

Und ohnehin ist die Lage der Emerging Markets ein wenig angespannt. Nicht nur das permanent niedrige Wachstum der Industrieländer dämpft die Entwicklung, nun droht zudem der Kapitalzustrom ein Stück weit zu versiegen. Denn wenn die amerikanische Notenbank Fed wie erwartet bald ihre Leitzinsen anhebt, gibt es für westliche Anleger endlich wieder ertragreiche Zinspapiere dort und sie werden weniger in Emerging Markets investieren. Eine solches Szenario hatte die meisten Emerging Markets Währungen und Börsen zu Jahresbeginn 2014, als eine Straffung der US-Geldpolitik erwartet worden war, schon einmal deutlich abrutschen lassen.

Angeschlagene Emerging Markets und Probleme im wichtigen Absatzmarkt China: Das sind natürlich keine schönen Aussichten für die Exportnation Deutschland. Der Dax musste daher heute spürbar Federn lassen und rutschte um ca 2 Prozent ab – obwohl der jüngste positive Ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert, dass es der deutschen Wirtschaft erstaunlich gut geht.

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