Dienstag, 21. Juli 2015

Wird das für Samsung, Intel, Sony + Co. zum neuen Gewinnturbo?

Ziemlich unbeachtet von der Öffentlichkeit sind am Wochenende die Weichen für einen Gewinnschub vieler IT-Unternehmen in den kommenden Jahren gestellt worden: 54 Staaten der Welthandelsorganisation WTO haben sich auf Zollsenkungen für Güter der Informationstechnologie im Handelswert von jährlich über einer Billion Dollar geeinigt.

Am Samstag haben sich in Genf die WTO-Mitglieder auf Botschafter-Ebene überraschend schnell grundsätzlich darüber geeinigt, dass ab Mitte 2016 für 201 zusätzliche High-Tech-Produktgruppen die Zollschranken ganz oder teilweise wegfallen sollen. Damit kommt es, wenn alles normal läuft, an diesem Freitag zur Unterzeichnung des Vertragsentwurfs durch die Regierungen und im Dezember dann zur Ratifizierung des sogenannten ITA2-Vertrags, der den ITA1-Vertrag ergänzt, der seit 1997 203 Produktgruppen (vom PC bis zu Mobilfunk) zollfrei stellt. Experten sehen darin die mit Abstand umfassendste Zollsenkung der letzten 20 Jahre, betrifft sie doch ein Volumen von rund 1,1 Billionen Dollar.

Der Branchenverband der Halbleiterhersteller erwartet, dass dadurch die Weltwirtschaft einen Wachstumsschub von 190 Milliarden Dollar pro Jahr erhält und schwärmt davon, dass das Abkommen ein "Erdbeben" nicht nur im IT-Bereich auslösen könne. Am meisten profitieren werden davon die großen amerikanischen und asiatischen Hersteller von High-Tech-Produkten aus den Bereichen Halbleiter, Videospiel-Konsolen, Medizintechnik, Computer-Software, Navis oder auch Druckerpatronen. Aber auch europäische Fimen wie Siemens, Infineon oder TomTom verbessern ihre Geschäftschancen.

Entsprechend dürften, sobald die kompletten Listen veröffentlicht werden und die Brisanz des Abkommens in der Öffentlichkeit diskutiert wird, auch die Börsen vehement auf das neue Thema anspringen. Schließlich halten Fachleute das ITA2-Abkommen potenziell für den stärksten Gewinnturbo im High-Tech-Bereich der nächsten Jahre. Besonders häufig genannte Favoriten sind die Aktien von Samsung, Intel, San Disk, Texas Instruments und Sony.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen