Montag, 21. September 2015

Schwere Zeiten für Aktionäre? Kommt drauf an.

Der Dax hatte in den vergangenen Monaten eine Menge schlechter Nachrichten zu verkraften: Griechenland-Krise, Crash in China und zuletzt die verschobene Zinserhöhung in den USA, die die Unsicherheiten mehrt. Und jetzt bricht mit VW auch noch ausgerechnet das Vorzeigeunternehmen Deutschlands ein. Sind deutsche Aktien also unattraktiv geworden?

Knapp ein Viertel ihres Wertes verliert die VW-Aktie, nachdem bekannt wurde, dass die Firma mit einer Software Abgaswerte ihrer Dieselfahrzeuge manipuliert und so Umweltauflagen in den USA umgangen haben soll. Das ist tatsächlich eine veritable Katastrophe für das Unternehmen: Nicht nur dass erhebliche Kosten für Rückrufaktionen der Fahrzeuge und Strafen drohen, sondern auch das Image wird auf Jahre angekratzt bleiben.

Auch andere Autowerte und -zulieferer wie Daimler, BMW und Continental müssen Federn lassen – denn niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Folgen das VW-Desaster für diese Unternehmen haben wird. Das genügt, um den Dax weit nach unten zu ziehen – unter die Marke von 9900 Punkten.

Sind die guten Zeiten für Aktionäre also vorbei? Nein, und das zeigt ein Blick auf die restliche Kurstafel: Hier überwiegen die Pluszeichen vor den Kursanzeigen ganz deutlich, und das hat einen guten Grund. Denn so schlecht wie die Entwicklung der vergangenen Monate suggeriert, sind die Aussichten für Aktien nicht.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 12,5 sind die Aktien im Dax zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, richtig teuer sind sie aber immer noch nicht, und Anleger suchen nach wie vor vergeblich nach Alternativen auf den Zins und Anleihemärkten. Solange die Konjunktur also nicht einbricht, haben die Kurse durchaus Potential nach oben – vor allem langfristig.


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