Donnerstag, 29. Oktober 2015

Apple, Apple-Car und der Ölpreis

Das Quartalsergebnis von Apple war wieder mal hervorragend, und das dürfte so weitergehen. Der Grund ist aber weniger das anstehende Weihnachtsgeschäft als der niedrige Ölpreis.

Dieser hebt ganz klar die Konsumlaune der Verbraucher, denen deutlich mehr Geld zur Verfügung steht als noch vor einem Jahr: Im Schnitt hat jeder US-Haushalt aufgrund des schwachen Ölpreises in diesem Jahr rund 800 Dollar mehr zur Verfügung.

Eine Rechnung die in jedem Land unterschiedlich ausfällt, sich aber tendenziell positiv auf die Absatzzahlen von Apple auswirken sollte. Hinzu kommt, dass das Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht, von dem Apple ohnehin stark profitiert. Und dank der Ölpreisschwäche dürfte den Verbrauchern dieses Jahr das Geld noch lockerer in der Tasche sitzen als üblich.

Apple-Aktionäre sollte daher nicht nur regelmäßig die Quartalsergebnisse sowie die konjunkturelle Entwicklung verfolgen, sondern auch den Ölpreis im Visier haben. Denn sobald dieser wieder klettert, könnte das die Konsumfreude bremsen und auch Apple belasten.

Beflügeln sollten die Aktie mittelfristig aber anstehende Neuentwicklungen. Noch ist unklar, woran der Elektronikriese genau arbeitet, aber die Indizien deuten klar auf ein Fahrzeug hin. Apple hat zum Beispiel Personal von Tesla angeheuert und weitet seine Büroflächen im Silicon Valley drastisch aus.

Auf den ersten Blick erscheint ein Apple-Auto unwahrscheinlich, doch mit mehr und mehr Technik in den Fahrzeugen stellt sich die Frage, ob es mehr die Fahrzeugtechnik oder die Elektronik sein wird, die uns in Zukunft von A nach B bringt. Ich bin überzeugt, dass wir in absehbarer Zeit statt in ein Taxi in ein selbstgesteuertes Fahrzeug steigen oder auf Langstrecken den Autopilot einstellen und in Ruhe lesen oder Emails bearbeiten.

Für Apple wäre ein Elektrofahrzeug eine exzellente Diversifizierungsstrategie um die Abhängigkeit vom iPhone zu reduzieren, aber auch der perfekte Hedge gegen einen steigenden Ölpreis.

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