Montag, 19. Oktober 2015

Chinas Wirtschaft gibt Anlass zur Sorge

Weniger als sieben Prozent Wachstum - das galt lange als die Schwelle, unter der die chinesische Wirtschaft in ernste Schwierigkeiten gerät. Nun wurde das Wachstum für das dritte Quartal gemeldet: 6,9 Prozent – also unter der magischen Marke. Wie viel Sorgen müssen wir uns machen?

Darüber sind sich Analysten alles andere als einig. Während viele auf die enge Verflechtung der deutschen Exportwirtschaft mit China hinweisen, geben andere eher Entwarnung. So Bundebank-Vorstand Joachim Nagel. Erst bei einem drastischen Einbruch der chinesischen Wirtschaft rechnet er mit spürbaren Folgen für die deutsche Konjunktur. Ein Minus der Wachstumsrate von vier Prozent auf knapp drei Prozent im Reich der Mitte würde etwa ein Viertel Prozent Wachstum hierzulande kosten.

Die J.P. Morgan Asset Management bleibt ebenfalls eher gelassen. "Auch wenn das bevölkerungsreichste Land der Erde vor bedeutenden wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen steht – die Stabilisierung des Immobilienmarktes, der wachsende Konsum der Mittelklasse und der Aufschwung des Dienstleistungssektors sollten künftig eine Stütze für die Wirtschaft darstellen“, so die Einschätzung von Kapitalmarktstratege Tim Galler .

Beruhigend ist für ihn auch, dass die internationalen Finanzmärkte wenig mit der steigende Verschuldung im öffentlichen und privaten Sektor Chinas verknüpft sind. Pleiten dort treffen die internationalen Finanzmärkte also kaum.

Alles in Butter also? Natürlich nicht. Einzelne deutsche und europäische Firmen werden sehr wohl unter der chinesischen Schwäche leiden, auch dann, wenn sie eben nicht in einen regelrechten Einbruch mündet. Allen voran Volkswagen, dessen Engagement in China riesig ist. Und das bekanntermaßen ja derzeit ohnehin immense Probleme in Zusammenhang mit dem Abgasskandal bewältigen muss.


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