Mittwoch, 14. Oktober 2015

Ohne IBAN läuft bald nichts mehr

Ich gebe es zu, bislang gebe ich immer noch viel lieber eine Kontonummer alter Prägung und eine Bankleitzahl ein, wenn ich Geld überweisen muss. Doch zum Februar 2016 muss ich mich umstellen: Ohne lange IBAN läuft dann keine Überweisung mehr. Was tun? Und: Wie merk ich mir meine eigene IBAN?

Die IBAN ist die internationale Kontonummer, auf gut englisch: „International Bank Account Number“. Sie umfasst insgesamt 22 Stellen. Wenn man die Regel kennt, wonach sie aufgebaut ist, fällt einem das Merken auf jeden Fall leichter: Zu Beginn steht immer die jeweilige Länderkennung, in der das Konto geführt wird. Für Deutschland heißt sie „DE“. Dann folgt eine zweistellige Prüfziffer, die man sich irgendwie einprägen muss, danach gibt man die altbekannte achtstellige Bankleitzahl ein und zu guter Letzt die zehnstellige Kontonummer alter Prägung. Wer eine sehr kurze Kontonummer hat, wird sich daran gewöhnen müssen, dass sie vorne mit Nullen aufgefüllt wird.

Unternehmen, Vereine und öffentliche Verwaltungen mussten ihre Zahlverfahren bereits zum August 2014 auf die neuen europaweiten Formate unter Nutzung der IBAN umstellen, die Verbraucher bekamen noch eine Gnadenfrist bis Ende Januar 2016 – ab Februar muss man die IBAN aber nun verwenden.

Doch es gibt auch Hilfen, die man nutzen kann: So ermöglichen es sehr viele Banken und Sparkassen in ihrem Onlinebanking, Überweisungsvorlagen anzulegen. Wer immer wieder an denselben Adressatenkreis Geld überweisen muss, kann dort die Kontodaten abspeichern und bei Bedarf direkt aufrufen. Soweit, so gut und bereits etabliert.

Außerdem wird das Smartphone bei immer mehr Instituten zu einem wichtigen Helfer, schnell und einfach zu überweisen. Immer mehr Banken planen hier Angebote oder haben bereits welche gestartet. Bei der Direktbank comdirect beispielsweise gibt es bereits das Tool „Smart Pay App“, die man sich aufs Smartphone laden kann. Die ING-Diba und der Commerzbank offerieren die „Fotoüberweisung“ im Rahmen der Banking-App. Ein Rechnung wird einfach abfotografiert, kontrolliert und freigegeben.

Es lohnt sich also, mal bei der eigenen Bank nachzufragen, was sie anbietet oder plant. Interessant ist auch das Girocode-Verfahren, das die Sparkassen und Genossenschaftsbanken bereits unterstützen und das auf dem quadratischen QR-Code basiert. Wer eine Rechnung mit QR-Code bekommt, was allerdings noch eher selten der Fall ist, kann ihn als Sparkassen- oder Genobankkunde mit dem Smartphone abfotografieren und problemlos überweisen. Auch die Postbank bietet bereits das Überweisen mit einem QR-Code-Scanner an; die Bank ermöglicht es sogar, eigene QR-Codes erzeugen und an Freunde zu versenden

Aufpassen sollten Bankkunden aber in der Umstellungsphase trotzdem. Denn auch Abzocker nutzen Unsicherheiten aus. Es kam in der Umstellungsphase im Frühjahr 2014 mehrfach vor, dass Abzocker Spam-Mails verschickten mit der Aufforderung, einen Link anzuklicken, um sensible Kontodaten einzugeben. Nur dann könne man auch den Sepa-Service nutzen. Man kann es nicht oft genug sagen: Mails mit derartigem Inhalt gleich unbesehen in den Spam-Ordner verbannen. Keine Bank oder Sparkasse fordert jemals via Mail zu so etwas auf.


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