Donnerstag, 1. Oktober 2015

Tagesgeld - Wo gibt es derzeit die höchsten Mini-Zinsen?

Die Deutschen können es nicht lassen – auch wenn das Zinsniveau für Tagesgeld weiterhin rückläufig ist, freut sich die Anlageform weiterhin großer Beliebtheit – auch bei Leuten, die mehr als nur eine Liquiditätsreserve von drei bis vier Monaten halten möchten. Wenn schon Tagesgeld, dann aber dort, wo man noch vergleichsweise gute Mini-Zinsen bekommt. Ein Überblick.

Ausgerechnet die Autobanken fahren in aktuellen Tagesgeldzinsrankings ganz vorne im Wettbewerberfeld. So gibt es 1,1 Prozent Zinsen garantiert auf drei Monate bei der Renault Bank direkt – allerdings nur für Neukunden. Dieser eigentlich niedrige Zins ist derzeit der Spitzenwert im Marktvergleich des Finanzportals biallo.de. Die Zinsgutschrift erfolgt verbraucherfreundlich Monat für Monat. Die französische Einlagensicherung springt ein bis zum EU-einheitlichen Wert von 100 000 Euro, sollte die Bank in die Bredouille geraten.

Etwas weniger, nämlich 1,05 Prozent ebenfalls bei monatlicher Zinsgutschrift offeriert die Opel-Bank. Hier erhalten auch Bestandskunden den Satz, eine Garantie, dass der Zins eine Weile gezahlt wird, gibt es aber nicht. Dafür greift hier die deutsche gesetzliche Einlagensicherung, die Gelder bis 100 000 Euro absichert. Interessant hier auch das Festgeld: Aktuell sogar 1,40 Prozent auf zwölf und 1,55 Prozent auf 24 Monate. Groß Werbung macht die Bank allerdings derzeit nicht

1,0 Prozent Zinsen für Neukunden offerieren gleich mehrere Häuser, so die Autobanken Volkswagen Bank und die Schwester Audi Bank, aber auch die ING-Diba und die 1822 direkt. Den hohen Satz gibt es bei den genannten Autobanken aber nur für Einlagen bis 50 000 Euro, darüber hinaus gibt es nur 0,3 Prozent. Wer also mehr Geld anlegen möchte, sollte die Anlagesumme über mehrere Institute verteilen.

Auch bei der 1822 direkt gibt es die 1,0 Prozent nur für die ersten 50 000 Euro, der Zins wird aber immerhin bis zum 1.2.2016 garantiert. Anlagesummen, die 50 000-Euro-Marke überschreiten, werden mit 0,5 Prozent verzinst (bis Einlagen von maximal 100 000 Euro.) Bei der ING-Diba gibt es den Satz auch nur für die ersten vier Monate nach Kontoeröffnung, danach sind es für Einlagen bis 100 000 Euro 0,6 Prozent, darüber hinaus sogar nur 0,25 Prozent. Nachteilig ist auch, dass Zinsen nur einmal jährlich gutgeschrieben werden.

Bei der 1822 direkt, den Autobanken aus dem Volkswagen-Konzern und bei der ING-Diba gibt es nicht nur den gesetzlichen Einlageschutz von 100 000 Euro, bei der 1822 direkt greift der Institutsschutz der Sparkassen, was einem de-facto-Einlagenschutz von 100 % gleichkommt, bei den drei anderen Instituten gilt erhöhter Schutz durch die Mitgliedschaft im Feuerwehrfonds des Bundesverbands deutscher Banken.

Wichtig zu wissen: Anleger sollten 25 Prozent Abgeltungsteuer mit einkalkulieren, falls sie Zins- und Dividendenerträge sowie Kursgewinne oberhalb des Sparerfreibetrags von 801 Euro pro Jahr erzielen.

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