Donnerstag, 15. Oktober 2015

Was Investoren zum IPO des Fintech-Startups Square wissen sollten

Square funktioniert einfach und begegnet mir im Silicon Valley ständig. Im Restaurant, beim Friseur oder beim lokalen Fußballclub. Händler nutzen die Technik zum Abrechnen via Kreditkarte, doch statt eines speziellen Kartenlesegeräts genügt eine App und ein kleiner Kunststoffaufsatz für das Mobilgerät. Vieles überzeugt, doch das IPO birgt Tücken.

275 Millionen Dollar will das 2009 gegründete Unternehmen aus San Francisco erzielen. Wie viele Aktien ausgegeben und zu welchem Preis sie platziert werden sollen, steht noch nicht fest. Fast Standard für ein Startup-Unternehmen wie Square sind Verluste. Nicht zuletzt, weil Square eine Kooperation mit Starbucks geschlossen hatte, die sich für den Anbieter von mobilen Bezahlsystemen nicht auszahlt – sie soll wieder beendet werden. 2015 beliefen sich die Verluste auf 154,1 Millionen Dollar. Die Umsätze hingegen haben sich von 2012 bis 2014 mehr als vervierfacht und steigen weiter. Eine schnelle Übersicht zu den wichtigsten Zahlen finden Sie hier.

Weit wichtiger als die Zahlen ist jedoch ein Fakt, den BuzzFeed aufgedeckt hat: Die Investoren der letzten Finanzierungsrunde besitzen eine besondere Option, im Fachjargon ratchet genannt, die ihnen einen 20prozentigen Wertzuwachs zusichert. Die Geldgeber hatten im Herbst 2015 Aktien zum Kurs von 15,46 Dollar - insgesamt 150 Millionen Dollar – erworben. Square wurde damals mit 6 Milliarden Dollar bewertet. Sollte der Preis beim Börsengang nun nicht höher als 18,56 Dollar sein, erhalten diese Aktionäre so viele zusätzliche Aktien, damit sie den niedrigeren Kurs – ohne Verluste - ausgleichen können.

Daher stehen die Chancen für eine erfolgreiche Platzierung nur dann gut, wenn der Emissionspreis höher als 18,56 Dollar liegt und das 'ratchet' nicht zum Tragen kommt.


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