Dienstag, 26. Januar 2016

Der Goldpreis hat jetzt Luft nach oben

Um über 5 % hat der Goldpreis seit Jahresbeginn zugelegt. Er wird damit endlich wieder einmal seinem Ruf als sicherer Hafen in unsicheren Börsenzeiten gerecht. Und es kann noch besser werden. Denn einige Entwicklungen deuten auf einen grundlegenden Stimmungswandel bei den Anlegern hin.

Deutlich wird das in der Nachfrage nach Gold-ETFs bzw. -ETPs.  Während die Anleger in diese bequemen und kostengünstigen Gold-Indexfonds im vergangenen Jahr noch massive Verkäufe getätigt und so den Preis für das Edelmetall mit einem Verlust von 10 % Richtung 1000 Dollar getrieben hatten, hat im Januar der Wind kräftig gedreht. Allein in den USA sind bis Ende voriger Woche über eine Milliarde Dollar in Gold-ETFs geströmt, weltweit war der Zufluss weitaus größer.

Noch viel ausgeprägter ist der plötzliche Optimismus am Gold-Terminmarkt, wo sich in den USA die Netto-Long-Positionen - also Spekulationen auf höhere Goldpreise - binnen einer Woche auf 1934 Kontrakte mehr als verdoppelt haben. Im Vergleich zu den über 24 000 Netto-Short-Kontrakten (also Wetten auf sinkende Preise) Ende 2015 ist das ein gewaltiger Umschwung der zeigt, dass insbesondere Hedge Fonds massiv in Gold umschichten.

Außer den Turbulenzen an den Börsen und Rohstoffmärkten spricht noch ein anderer gewichtiger Grund dafür, dass die Leidenszeit der Gold-Fans allmählich zu Ende geht: Es sieht danach aus, als würden die Notenbanken ihre Nullzinspolitik wesentlich später aufgeben als noch 2015 erwartet worden war. Die EZB, die Bank of Japan und die chinesische Notenbank dürften angesichts der Gefahren für die Konjunktur ihre Geldhähne sogar noch weiter öffnen, und die US-Fed wird voraussichtlich angesichts der wachsenden Risiken deutlich später als erwartet ihre zweite Zinserhöhung starten - und vermutlich 2016 auch weniger oft erhöhen als die von der Fed angedeuteten vier Anhebungen. Damit bleiben Zinsanlagen unattraktiv - und das ist gut für das zinslose Edelmetall Gold.

Die ersten Investmentbanken haben denn auch bereits ihre recht pessimistischen Preisziele für 2016 leicht angehoben. Und die schweizerische UBS rät dazu, erste Käufe bei Goldminenaktien zu wagen, zumal viele Produzenten im Abschwung ihre Kosten massiv reduziert und damit bei steigenden Preisen überdurchschnittliche Gewinnchancen haben. Nach über vier Jahren Gold-Baisse kann es zwar noch eine Zeitlang dauern, bis eine tragfähige Bodenbildung erreicht ist - aber dann kann es recht schnell aufwärts gehen mit Gold und Goldminen.

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