Montag, 11. Januar 2016

Vorsicht ja, Panik nein - das sollte das Motto der Anleger sein

Chinas Aktienmärkte wanken –  wieder einmal – und haben die gesamte Finanzwelt in Turbulenzen gestürzt. Denn das Reich der Mitte steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Und die werden durch die Gesetze der Börsenpsychologie zum ausgewachsenen Problem.

Angst und Gier – diese beiden Antriebsfedern für das wirtschaftliche Handeln kennt die Disziplin des "Behavioral Finance" also des psychologisch begründeten Erklärungsansatzes von Bewegungen unter anderem an den Finanzmärkten. Und die derzeitige Lage in China und anderswo ist ein Lehrbeispiel für die Mechanismen, die Behavioral Finance an den Börsen auslöst.

Erst regierte die Gier - der neue chinesische Mittelstand entdeckte die Börse als Quelle von schnellem Reichtum und kaufte was das Zeug hielt – vielfach auf Pump. Jetzt fallen die Kurse und die Angst reagiert, jeder versucht seine Papiere los zu werden und zu retten was zu retten ist. Kurseinbrüche sind die Folge und Chinas Regierung reagiert hilflos. Erst wird der Handel eingeschränkt, dann wieder freigegeben, die Währung erst ab- dann symbolisch wieder ein ganz kleines bisschen aufgewertet. Das verstärkt die Unsicherheit und damit die Probleme am Markt.

Und die etablierten Börsen folgen der Panik. Den schlechtesten Jahresstart seit 2011 legte der Dax  hin und rutschte deutlich unter die 10.000 Punkte Marke. Zu Recht?  Sicher beeinträchtigt ein Börsencrash in China die Kaufkraft der Mittelschicht dort und damit die Wachstumsaussichten. Und China ist immerhin der oder einer der wichtigsten Absatzmärkte einiger deutscher Unternehmen. Doch dass das Reich der Mitte nicht mehr uneingeschränkt der absolute Boom-Exportmarkt ist, ist keine neue Nachricht und wurde immer wieder mit Kursabschlägen "bestraft".

Vorsicht ja, Panik nein sollte also die Devise der Anleger hierzulande sein. Zumindest heute scheint das das Motto an der deutschen Börse: Der DAX erholt sich etwas.

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