Mittwoch, 3. Februar 2016

Bei Anruf Abzocke durch vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter

Sonst schreibt man immer nur über solche Vorkommnisse, nun passiert es einem mal selbst: Vor kurzem erhielt ich einen merkwürdigen Telefonanruf eines angeblichen Mitarbeiters von Microsoft aus den USA: Mein PC benötige unbedingt ein Update, und ich hätte ein Problem mit meiner Windows-Lizenz. Da ich keine Windows-Lizenz habe und immer mal über Abzockmaschen von Online-Kriminellen schreibe, knallte ich nicht sofort den Hörer auf die Gabel, sondern tat erst einmal interessiert.
Angeblich rief der Mann, der Englisch allerdings mit starkem indischen Akzent sprach, direkt aus den USA von der Microsoft-Zentrale aus an: Es gebe Probleme mit meiner Windows-Lizenz, ich möge doch bitte ein Datei von Microsoft downloaden, um das Problem zu beheben. Er machte auf sehr, sehr wichtig. Ich stellte ein paar interessierte, freundlich-naive Rückfragen, der Mann reagierte zunehmend genervt.

Als ich schließlich erwiderte, dass ich nicht gewillt sei, mir einen Trojaner auf meinen Computer aufspielen zu lassen – und im Übrigen gar keinen Windows-Rechner hätte, legte der Mann seinerseits umgehend auf.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in seinem Bericht „Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2015“  auf Seite 24 unter anderem vor genau diese Masche des so genannten „Social Engineering“. Seit Anfang 2015 komme es vermehrt zu derartigen Abzockversuchen: Die Anrufer böten den Betroffenen an, ihr System zu bereinigen und verleiteten die Opfer dazu, eine Fernwartungs-Software zu installieren, über die Schadsoftware nachgeladen oder sensible Daten gestohlen werden können. Auf gut deutsch: Sie haben es vor allem darauf abgesehen, Bankdaten und Kreditkartennummern auszuspionieren.

Wer einen solchen Anruf erhält und keine Lust hat wie ich, mit dem Call-Center-Abzocker ein wenig zu plaudern, sollte gleich auflegen. Niemals wird Microsoft von sich aus Kontakt mit Privatpersonen aufnehmen, um solche „Sicherheitsupdates“ aufzuspielen. Genauso wenig rufen Banken ihre Kunden an, um Tan-Nummern oder ähnliches zu erfahren. Also immer schön auf der Hut bleiben.

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