Freitag, 26. Februar 2016

Freitagsfrage: Rettet noch mehr Geld aus China die Welt?

Die Welt steckt in einer Wachstumskrise, die Finanzwirtschaft wackelt und Chinas Wirtschaft schwächelt. Dagegen will die Zentralbank Chinas nun mit neuen Milliarden ankämpfen. Das zumindest deutete der Chef der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, an. Doch einige wichtige Politiker sind der Ansicht, dass es andere Rezepte braucht.

Die Börsen reagierten erfreut: Chinas Zentralbankchef sprach von "einigem Spielraum und Werkzeugen", die die Geldpolitik im Reich der Mitte weiter habe, um sich einem möglichen Abwärtstrend entgegenzustellen. Im Klartext: Auch Chinas Zentralbank wird den Markt vermutlich noch mehr mit Geld fluten. Das hören Börsianer natürlich gerne: nicht nur in China, sondern weltweit machten die Aktienmärkte einen Freudensprung. Beim DAX waren es mehr als zwei Prozent in knapp zwei Stunden.

Doch ist eine Geldspritze aus China wirklich ein Grund zur Freude? Kurzfristig sicher, doch langfristig wird die Welt ihre Probleme mit noch mehr Schulden nicht lösen können. Es wird damit nur Zeit gekauft – aber gleichzeitig langfristig noch mehr Probleme geschaffen. Das zeigt die Sorge um die Banken, die in den vergangenen Wochen neu aufgeflammt sind. Statt die Bilanzen seit der Finanzkrise zu bereinigen, stiegen die Schulden in den meisten Ländern nämlich rasant an, faule Kredite inklusive.

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat daher ganz andere Vorstellungen, was die Welt jetzt braucht. Und auch die alte und frisch wiedergewählte  IWF Chefin Christine Lagarde schließt sich an: Die Wirtschaft braucht nicht mehr Kredite sondern Strukturreformen. Das ist keine neue Forderung, und ob sie sich durchsetzt ist auch diesmal fraglich. Auch wenn der Druck auf die Regierungen steigt. Doch es ist so viel einfacher, frisches Geld zu drucken als notwendige schmerzhafte Reformen durchzuführen. Nicht nur China. 

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