Freitag, 19. Februar 2016

Freitagsfrage: Wie setze ich auf einen steigenden Ölpreis?

„Öl ist so billig, der Preis kann sich doch schnell wieder verdoppeln“, sagte neulich ein Bekannter und fragte, mit welchen Papieren er auf einen steigenden Ölpreis setzen könne. Er will keine Hebelpapiere kaufen, aber eben doch ein wenig spekulieren. Aber welches Papier eignet sich?

Eine Variante wären die Aktien von Öl-Unternehmen wie BP, doch Aktien bergen immer ein unternehmerisches Risiko. Im Klartext: Die Firmen profitieren in der Regel von einem Ölpreisanstieg, verdoppelt sich der Ölpreis aber, heißt das nicht, dass auch die Aktie in gleichem Maße zulegt.

Eine andere Möglichkeit sind Papiere, die direkt auf die Entwicklung des Ölpreises setzen wie Zertifikate oder ETCs (Exchange Traded Commodities). Dahinter verbergen sich sich rein rechtlich Inhaberschuldverschreibungen, deren Wert von der Entwicklung des Ölpreises abhängt. Professionelle Investoren kaufen ETCs, sie werden an der Börse wie Aktien gehandelt und können von jedermann erworben werden.

Allerdings haben diese Papiere keine feste Fälligkeit, was für den Anleger einerseits sinnvoll ist, weil er nicht zwingend zu einem festen Stichtag aussteigen muss. Andererseits ist das aber auch ein Nachteil : Den Papieren liegen Terminkontrakte zugrunde, die zu festen Terminen fällig werden - und daraus können Verluste entstehen. (Wer sich an dieser Stelle nicht mit den Tiefen des Marktes auseinandersetzen will, liest beim nächsten Absatz weiter). Daher bestimmt den Preis eines Öl-ETCs nicht der aktuelle Ölpreis, sondern der Terminkurs. Dieser liegt – und das ist die Regel - über dem aktuellen Ölpreis, die Profis nennen diese Situation Contango. In der Praxis entsteht ein Verlust, wenn ein Kontrakt ausläuft und ein neuer zu einem höheren Kurs erworben werden muss. Umgekehrt entstehen Gewinne, wenn der neu zu erwerbende Kontrakt günstiger ist.

Die Anbieter von Öl-ETCs versuchen zum Teil die Verluste mit so genannten roll-optimierten Varianten zu minimieren, also den auslaufenden Terminkontrakt in einen später fälligen Kontrakt zu „rollen“, der den Investoren möglichst wenig Nachteile bringt. Diese Strategie verfolgt zum Beispiel der db Brent Oil Booster Euro Hedged ETC (WKN: A1AQGX), der auch gegen Währungsschwankungen abgesichert wird.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wer an der Börse handelt, sollte seine Aufträge streng limitieren!

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen