Montag, 18. April 2016

Öl bleibt billig – und der Dax stabil

Satz mit x in Doha. Das war wohl nix mit einer neuen Fördermengenbeschränkung für Öl, die die Preise endlich stabilisieren sollten. Doch der Aktienmarkt steckt das erstaunlich gut weg.

Mit einem leichten Plus startete der DAX in die Woche, obwohl es schlechte Nachrichten vom Ölmarkt gibt. Bei ihrem Treffen in der katarischen Hauptstadt Doha wollten sich die Förderländer eigentlich darauf einigen, weniger Öl auf den Markt zu werfen. Doch wer soll seine Förderung drosseln? Die Interessenskonflikte sind eskaliert. Saudi-Arabien, Iran, Irak, Russland und die USA – die Länder sind teilweise extrem zerstritten und keiner will auf Marktanteile verzichten.

Entsprechend gab es gar keine Einigung und es wird weiter munter gefördert – mehr als der Weltmarkt verbraucht. Die Preise sind gleich einmal um rund sieben Prozent gesunken. Ein Faß der Nordseesorte Brent kostet jetzt rund 42 Dollar. Experten erwarten nun, dass der Preis durchaus noch weiter sinken kann.

Pessimisten befürchten, dass das die Weltwirtschaft destabilisieren könnte. Denn viele Förderländer kommen bei diesen Preisen in Schwierigkeiten, zumindest wird die Nachfrage nach Importen dort nachlassen.

Doch der niedrige Ölpreis hat auch ein andere Seite: Er entlastet Verbraucher und Wirtschaft in den Industrieländern und schafft Raum für mehr Nachfrage und mehr Gewinne. Und das ist ein durchaus erfreuliches Signal für Unternehmen und Aktien – auch wenn dieses Argument eine Weile in Vergessenheit geraten war.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen