Donnerstag, 12. Mai 2016

Aktien und Anleihen: Schwellenländer hui, Europa pfui

Die professionellen Investoren setzten im April ihre Einkaufstour in den Emerging Markets fort und kauften Aktien sowie Anleihen via ETFs. Dort sehen sie offensichtlich mehr Potenzial als in Japan und Europa. Und nicht nur dort.

Auch US-Aktien standen hoch in der Gunst der professionellen Investoren, mit 11,5 Milliarden US-Dollar verbuchten sie die höchsten Mittelzuflüsse im April. Börsengehandelte Indexfonds auf Europa-Aktienindizes wurden dagegen abgestossen: 6,3 Milliarden Dollar zogen die Investoren im April ab, seit Jahresbeginn summieren sich die Verkäufe auf 15,5 Milliarden Dollar.

„Die Abflüsse aus europäischen Aktien gingen sowohl von heimischen als auch ausländischen Investoren aus“, heißt es beim Vermögensverwalter BlackRock, der die die Mittelzu- und Abflüsse von börsengehandelten Indexprodukten regelmäßig publiziert.  Da Exchange Traded Product (ETPs) vornehmlich von professionellen Investoren genutzt werden, gibt die Statistik Aufschluss über deren Präferenzen.

Auf der Verkaufsliste standen neben europäischen Aktien auch japanische Dividendentitel. Ebenfalls abgegeben wurden US-Staatsanleihen (- 3,1 Milliarden Dollar). Offensichtlich fürchten die Profis steigende Zinsen.

Insgesamt flossen in Papiere auf Aktien- und Anleihenindizes der Schwellenländer 4,3 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vormonat war der Appetit auf diese Märkte jedoch reduziert. Im März wanderten noch stattliche neun Milliarden Dollar in Aktien-ETFs auf Schwellenländerindizes, was dem höchsten Wert seit drei Jahren entspricht. Im April waren es bei den Aktien-ETFs unter dem Strich „nur“ noch 2,2 Milliarden Dollar (weitere 2,1 Milliarden Dollar landeten in Anleihen-ETPs auf Emerging-Market-Indizes).

Seit Jahresbeginn haben die professionellen Investoren in die aufstrebenden Aktienmärkte über börsengehandelte Indexpapiere insgesamt 11,5 Milliarden Dollar gepumpt. Eine klare Trendwende, im Vorjahr standen die Emerging Markets noch auf der Verkaufsliste: 2015 wurden 26,2 Milliarden Dollar abgezogen.

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