Freitag, 13. Mai 2016

Freitagsfrage: Welche Chancen haben Virtual Reality und Augmented Reality?

Schon mal eine Virtual Reality Brille getestet? Ansehnlich kann man die klobigen Gestelle ja nicht gerade nennen, doch ein Test lohnt sich! Die Brillen taugen nicht nur zum Spielen oder Fernsehen, auch im Job werden sie eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Aber in welchen Bereichen? Und wie grenzen sie sich von Augmented Reality ab?

Auf einer Veranstaltung der German American Business Association im Silicon Valley ging es diese Woche um die Zukunft dieser beiden Technologien. Den Unterschied zwischen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) erklärt Steffen Bartschat, Leiter der Geschäftsentwicklung bei  Gestigon: „Mit Augmented Reality sieht man die reale Welt, wie mit Google Glass. Bei Virtual Reality sind dagegen die Augen komplett verdeckt und man sieht nichts von der realen Welt.“

Erinnern Sie sich noch an Google Glass - die Brille, mit der man Fotos machen konnte, E-Mails abrufen, ect.?  Die AR-Brille war umstritten, das Projekt wurde eingestellt. Nicht mal mehr in Mountain View, der Heimatstadt von Google, sieht man heute jemand mit der Brille in der Stadt – vor zwei Jahren war das noch ganz anders. Doch Augmented Reality ist nicht tot. Dirk Kannhiesser, Vorstand von Seebright und AR-Experte, weiß, dass sich die Industrie noch in einem frühen Stadium befindet. Es werde viel getestet und die Geräte seien momentan noch überteuert für den Massenmarkt.

Viele Unternehmen, auch Google, arbeiten an der Technologie, bei der über ein kleines Display Informationen wie zum Beispiel E-Mails oder Filme direkt ins Sichtfeld eingeblendet werden können. SAP testet zum Beispiel, ob die Geräte in Warenlagern oder im medizinischen Bereich, wie in Krankenhäusern zur Kontrolle der Medikamentenvergabe, eingesetzt werden können. Auch Facebook, Amazon oder Apple sind hier sehr aktiv, sie haben Start-ups aufgekauft, um in dem Markt frühzeitig Fuß zu fassen (welche Unternehmen sie erworben haben, zeigt die Übersicht von CB Insights). Experten erwarten im Segment Augmented Reality bis 2020 rund 30 Milliarden Dollar Umsatz.

Auf etwa das Dreifache, 90 Milliarden Dollar, soll dann der Markt im Bereich VR wachsen. Vermutlich auch, weil die Einsatzmöglichkeiten der VR-Brillen vielfältiger sind. Janaki Kumar, Head of Design and Co-Innovation Center America bei SAP, nennt als Beispiele für den Einsatz im professionellen Geschäft unter anderem die Einstellung neuer Mitarbeiter, Schulungen im Job, virtuelle Konferenzen, Produktpräsentationen, virtuelle Touren für Hauskäufer, Sport- oder Musikevents, ect. Aber auch auf Verbraucherseite ist das Potenzial enorm, sowohl im Bereich Spiele und Unterhaltung als auch im e-Learning.

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