Dienstag, 14. Juni 2016

Der Goldpreis hat seine besten Jahre noch vor sich

Das ist schon beeindruckend: Um 20 Prozent hat der Goldpreis in diesem Jahr bereits zugelegt. Der Index der Goldminenaktien hat sich sogar verdoppelt. Dabei hatte es im Dezember 2015 noch so ausgesehen, als würde das edle Metall unter die 1000-Dollar-Marke fallen. Aber der Wind hat sich seither kräftig gedreht – und vieles spricht dafür, dass der Aufschwung nach dem besten Jahresstart seit 1979 noch lange anhalten wird.

Denn der Goldmarkt zeichnet sich durch ausgedehnte Auf- und Abschwungszyklen aus. Immerhin hat es über vier Jahre gedauert, bis der Goldpreis nach dem Hoch von 2011 seinen Boden gefunden hat, nachdem zuvor die Notierungen neun Jahre lang stark gestiegen waren. Die Nachfrage nach dem Edelmetall wird derzeit aus zahlreichen Quellen gespeist:

Erstens ist der Verkaufsdruck seitens der Großanleger einem stetigen Mittelzufluss gewichen (siehe Post vom 9. Juni), insbesondere in Gold-ETFs. Zur guten Stimmung beigetragen hat zuletzt auch, dass Oberspekulant George Soros Industrie-Aktien verkauft und dafür massiv Goldminenwerte und Gold-ETFs gekauft hat. Auch die Terminmärkte signalisieren einen wachsenden Optimismus für Gold.

Zweitens füttern einige Notenbanken ihre Devisenreserven verstärkt mit Gold auf, das gilt insbesondere für Russland und China, aber auch für kleinere Schwellenländer.

Drittens sorgen die Negativzinsen vieler Anleihen und Bankeinlagen in Europa und Japan dafür, dass Anleger nach Alternativen suchen – und 0 Prozent Zinsen bei Gold sind allemal besser als Minusrenditen von einem halben Prozent für mittelfristige Staatsanleihen.

Viertens suchen Investoren angesichts der hochvolatilen und zurzeit wieder sehr tristen Aktienmärkte nach sicheren Häfen, in denen sie Geld anlegen können. Und da bietet sich zunehmend Gold an.

Fünftens sind auch die politischen Unsicherheiten rund um Brexit, Flüchtlingskrise und Kriege gewachsen und helfen dem Goldpreis auf die Sprünge.

Diese  Faktoren deuten darauf hin, dass der Goldpreis sein Tal endgültig durchschritten und jetzt noch viele gute Jahre vor sich hat (siehe Post vom 26. Januar). Derzeit bremst zwar die relativ geringe Nachfrage aus Indien, dem traditonell wichtigen Absatzgebiet für Gold, sowie aus der Schmuckindustrie. Die Käufe aus diesen beiden Bereichen dürften aber zunehmen, sobald die Weltkonjunktur ihren Abschwung beendet.

Auch die steigende Goldproduktion und die bessere Effizienz vieler Minen dürften dafür sorgen, dass der Preisauftrieb vorerst keine hektischen Züge annimmt. Aber wie die Vergangenheit gelehrt hat, zahlt sich Geduld bei Goldinvestments – bei ETFs und noch mehr bei Goldminenaktien - am Anfang eines neuen Zyklus aus. Und das langfristig außerordentlich und kräftig.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen